»Sie müssen mich hierbleiben lassen,« rief sie keuchend, während sie sich an seinen Arm klammerte und taumelnd nach Atem rang. »Und die Stute auch, sie hat sich geängstigt, ich habe fast die Herrschaft über sie verloren. Hätte sie noch weiter gemußt, so würde sie ganz und gar mit mir durchgegangen sein.«

»Natürlich — natürlich!«

Er faßte nach dem Zügel des erschreckten, sich bäumenden Tieres. »Gehen Sie, bitte, hinein, Gräfin, und lassen Sie mich die Tür schließen. Sie müssen bis auf die Haut durchnäßt sein.«

Sie lief ins Haus. Leath führte das zitternde Pferd hinein, machte die Tür zu und führte die Stute durch den schmalen Korridor in die mit Steinfliesen gepflasterte Küche hinter dem zweiten Zimmer, die die andere Seite der einzigen Behausung bildete. Lychet Hut besaß einen Stall, aber er lag jenseits des Gartens, und bei einem solchen Wolkenbruch auch nur die paar Meter zu gehen, konnte nicht in Frage kommen. Einige Augenblicke verbrachte er damit, — was er sehr gut verstand, — das am ganzen Leibe bebende, in Schweiß gebadete Tier zu beschwichtigen und zu beruhigen, und kehrte dann ins Wohnzimmer zurück.

Die kurze Zeit hatte für Florence ausgereicht, sich dort schon fast heimisch zu fühlen. Ihr Hut und ihre Stulphandschuhe lagen auf dem Tische; sie schüttelte die Regentropfen von ihrem Reitkleide und wischte sie sich mit dem Taschentuche von Schultern und Armen. Mit einem Lachen blickte sie sich um, als Leath eintrat.

»Dies soll ein neuer Patent-Tuchstoff sein,« sagte sie, »der keinen Tropfen Wasser durchläßt. Hoffentlich bewährt er sich, obwohl ich nicht glaube, daß der Verkäufer sich auch für eine Sintflut verbürgte.«

»Ich hoffe, Sie sind nicht sehr naß?«

»Nein — dazu hatte ich keine Zeit. Ich war ganz in der Nähe, als der Regen anfing, und bekam nur den ersten Guß. Wie geht es Orange Lily?«

»Der Stute? Ganz gut — ich habe sie beruhigt.«