»Das arme Geschöpf hat sich so geängstigt! — Es war ein Glück, daß mir Lychet Hut einfiel, und daß Sie hier wohnen! Ich würde nie und nimmer über die Halde gekommen sein!«

»Allerdings nicht. War es nicht recht unvernünftig, sich ins Freie zu wagen? Das Gewitter stand schon seit einigen Stunden am Himmel.«

»Vielleicht. Aber — o, was für ein Blitzstrahl! Sehen Sie! Ist es nicht wundervoll?«

Sie wandte sich dem Fenster zu, und er mit ihr. Über ihnen krachte der Donner wahrhaft betäubend; der Regen goß in Strömen herab, zackige Blitze zuckten durch die nachtschwarzen Wolken, der Horizont erschien auf Augenblicke wie ein loderndes, blaues Flammenmeer. Im Schein der Blitze sah er Florence mit weitgeöffneten Augen und fest aufeinandergepreßten Lippen, bleich, mit angehaltenem Atem dastehen. Leath trat einen Schritt auf sie zu.

»Sie ängstigen sich doch hoffentlich nicht?« fragte er in sanftem Tone.

»Sonst ängstige ich mich nicht; ich habe unsere Gewitter gern. Aber das heutige hat etwas Furchtbares, nicht wahr? Man könnte fast glauben, die ganze Atmosphäre stände in Flammen! Es freut mich, daß ich nicht allein bin.«

»Soll ich die Fensterläden vorlegen?«

»Nein, lieber nicht.«

»Dann müssen Sie sich setzen.«