»Nicht vor morgen früh, fürchte ich.«

»Ich kenne sie und sage: sicherlich nicht! Es tut mir sehr leid, Herr Leath; ich weiß, daß ich Ihnen schrecklich im Wege bin, aber Sie können mich doch nicht an die Luft setzen.«

»Es wäre das letzte, was mir in den Sinn kommen würde.«

»Und es ist ebenso unmöglich, daß Sie fortgehen und mich hier allein lassen — ich würde mich zu Tode ängstigen.«

»Ich fürchte, es geht nicht. Ich würde es nicht gegen Ihren Willen tun.«

»Ich danke Ihnen. Wir müssen uns also, so gut es geht, in das Unvermeidliche finden, nicht wahr?«

»Ja — das müssen wir wohl.«

Ihre Befangenheit war verschwunden: ihre Stimme klang nicht mehr beklommen; in ihrem Lächeln lag keine Verlegenheit; ihm aber war die Sache noch immer peinlich und unbehaglich. Florence sah es, runzelte die Stirn und ging dann entschlossen ans Werk, seine Besorgnisse zu verscheuchen. Als sie auf ihn zutrat, dachte sie bei sich selbst, daß sie sehr nahe daran sei, ihn schließlich doch leiden zu mögen. Sie fühlte, wie ihr das Blut heiß in die Wangen stieg, obgleich sie sich die größte Mühe gab, nicht rot zu werden.

»Bitte, machen Sie sich keine unnötigen Sorgen mehr,« sagte sie freundlich, »wir sind beide das Opfer der Umstände.« Sie lachte munter auf. »Ich bin doch nicht die verfolgte Heldin oder Sie der abgefeimte Schurke des Schauerdramas? Wir sind nur ein paar ganz gewöhnliche Sterbliche, die verständigerweise nicht Lust haben, in den Wasserfluten zu ertrinken. Sagten Sie nicht, Sie wollten versuchen, es meiner Stute für die Nacht behaglich zu machen? Wenn Sie mir den Weg zeigen wollen, so kann ich Ihnen vielleicht helfen, zum Beispiel das Licht halten. Aber ich fürchte, Sie müssen ihr die Augen verbinden, wenn Sie sie nach dem Stall bringen. Es blitzt noch ebensooft wie vorher, und sie ängstigt sich schrecklich.«