Sie schritt auf die Tür zu. Leath blieb nichts anderes übrig, als sein Unbehagen zu verbergen, sich in das Unvermeidliche zu finden, so gut er konnte, und ihr zu folgen. Er nahm sie mit in die Küche, wo er das Pferd gelassen, und während sie das noch zitternde Tier streichelte und liebkoste, nahm er ihm behutsam den Sattel ab. Dann warf er einen großen wasserdichten Kutschermantel über, verband der Stute die Augen und führte sie hinaus. Florence stand in der offenen Tür und hielt eine Lampe hoch empor, um ihm zu leuchten. Der Donner war nicht mehr ganz so nahe, aber die Blitze flammten noch unaufhörlich, der Regen goß in Strömen herab, der Garten war in einen Morast verwandelt und der Pfad in einen Bach.
Als Leath wieder ins Haus zurückging, nachdem er die Stute in dem Stand neben seinem eigenen Pferde untergebracht hatte, das es mit jedem Rosse, das in den Stallungen von Turret Court oder Highmount zu finden war, aufnehmen konnte, spritzte das Wasser hoch über die hohen Reitstiefel, die er trug, empor. An ein Überschreiten der Halde war heute abend nicht zu denken, das lag auf der Hand!
Die Lampe, die Florence für ihn gehalten hatte, stand auf dem Tische, als er wieder in die Küche trat, aber sie selbst war nicht dort. Er entledigte sich seiner Stiefel und seines Regenmantels und ging ins Wohnzimmer zurück. Sie stand am Tische; er sah, daß sie sich ihm lebhaft zuwandte.
»Wie lange das gedauert hat!« meinte sie. »Ich fing schon an zu glauben, Sie hätten mir Ihr Wort gebrochen und wären fortgegangen. Ist die Stute ruhig?«
»Völlig — und gut versorgt. Ich bin zum Glück kein schlechter Reitknecht.«
»Es ist sehr lieb von Ihnen, daß Sie sich so viel Mühe gemacht haben.«
Sie war wirklich dankbar, denn Orange Lily war ihr besonderer Liebling, und sie schenkte ihm ein Lächeln, das jeden Mann belohnt haben würde.
»Hat der Regen nachgelassen?«
»Kaum. Es ist gut, daß das Haus hoch liegt, sonst würden wir Gefahr laufen, überschwemmt zu werden.«