15.

Als Everard Leath Turret Court verlassen, war er geraden Weges über die Halde nach dem Bungalow geritten. Es führte ihn kein besonderer Grund dorthin; er hatte nur das unbestimmte Gefühl, daß es besser sei, er kehre nicht in seine Behausung zurück, bis Gräfin Florence sie verlassen und die unglückselige Episode vorüber sei. Obwohl er sich immer wieder sagte, daß er sich der Macht der Umstände hatte fügen müssen, daß die Sache nicht zu vermeiden gewesen, so ertappte er sich doch fortwährend auf dem peinlichen Gedanken, daß Chichester beschränkt, argwöhnisch und ein Narr sei, und sagte sich, daß, wenn er hätte voraussehen können, was geschehen würde, er sich lieber die Hand abgehackt hätte, als auf die Halde zu gehen, wo er wußte, daß er dort Florence Esmond begegnen konnte.

Er bog in den Garten des Bungalow ein, ließ ein Pferd in Joes Obhut und ging auf das Haus zu. Überall waren auch hier die Spuren des Unwetters sichtbar — die Blumen waren alle verregnet und geknickt, der Kies war aus den sauber gehaltenen Wegen hinweggeschwemmt. Herr Sherriff stand in der Veranda und schüttelte beim Anblick der Verwüstung traurig den Kopf. Aber sein mildes altes Gesicht hellte sich beim Näherkommen des jungen Mannes auf, und er reichte ihm mit einem Lächeln die Hand. Dann fragte er nach einem Blick in die ernsten Züge des anderen:

»Ist irgend etwas nicht in Ordnung, Leath?«

»Ich weiß nicht —,« er hielt inne, »vielleicht ist es besser, ich erzähle Ihnen die Sache, obwohl es eigentlich nicht meine Absicht war. Aber ich weiß, daß Sie so viel von ihr halten, und —«

»Von ihr?« fiel ihm der Alte verwundert ins Wort. »Von wem?«

»Von Gräfin Florence.«

»Gräfin Florence?«