»Du bist fest entschlossen? Du willst dich nicht besinnen? Nicht überlegen —?«

»Es gibt Dinge, bei denen es keiner Überlegung bedarf. Ein- für allemal, Herr Chichester, ich will Sie nicht heiraten. Und zum drittenmal, nehmen Sie Ihren Ring zurück!«

Er antwortete nicht. Er schaute sie an, wie sie in aufrechter Haltung, mit hochgetragenem Haupte und stolz blickenden Augen vor ihm stand. Ihre höhnische Verachtung hatte ihm das Blut in die Wangen getrieben, aber ihre Schönheit beschleunigte noch seinen Pulsschlag. Nein — er liebte sie nicht, aber es war schwer, ihren Liebreiz zu verlieren. Er schritt zweimal durch das Zimmer, ehe er wieder vor ihr stehen blieb.

»Florence, ich bitte dich noch einmal, diesen Entschluß in Erwägung zu ziehen! Denke an die Folgen, wenn du jetzt unsere Verlobung löst. Ich meinerseits habe mich vielleicht zu stark ausgedrückt. — Gib mir dein Wort, daß du diesen Menschen, diesen Leath, nie wiedersehen, nie wieder eine Silbe mit ihm sprechen willst, und ich —«

»Das tue ich nicht,« unterbrach sie ihn. »Sobald Sie fort sind, werde ich nach Lychet Hut reiten, um Herrn Leath für seine gestrige Fürsorge zu danken. Ich hatte heute morgen keine Gelegenheit, das zu tun.«

»Ist das dein Ernst?«

Sie neigte bejahend den Kopf. Ohne ein Wort weiter nahm er den Ring von ihrer ausgestreckten Hand, verbeugte sich förmlich, drehte sich kurz um und verließ das Zimmer. Drei Minuten darauf sah Florence von ihrem Fenster aus sein Dogcart die Auffahrt hinunter dem großen Eingangstor zurollen und wußte, daß er fort sei, um nicht wiederzukehren. —

Es war ungefähr eine halbe Stunde später, als sie in ihrem Reitkleid auf der Treppe erschien. Noch immer sehr bleich, aber in aufrechter Haltung, mit weitgeöffneten, glänzenden Augen stieg sie herab und schritt durch die innere Halle auf die Windfangtüre zu, die diese abschloß; aber noch ehe sie sie erreicht, wurde schnell eine andere Tür geöffnet und Lady Agathe, mit verweinten Augen und sehr blaß, — sie hatte stundenlang fast unaufhörlich geweint trotz Cis’ liebevoller Versuche, sie zu trösten, — kam heraus und hielt sie auf.

»O, Florence, ich war gerade im Begriff, zu dir hinaufzukommen, liebes Kind. Ich konnte diese schreckliche Unruhe nicht länger ertragen.« Sie hielt inne, denn anscheinend sah sie erst jetzt, daß das junge Mädchen im Reitkleide war. »Aber du willst doch nicht etwa ausgehen?«