»Ja — aber ich kann ein Weilchen warten. Es tut mir leid, daß du dich geängstigt hast, Tante Agathe. Du hättest mich rufen lassen sollen. Bitte, suche dich zu fassen! Du wirst dich noch krank machen, wenn du dich so aufregst. Weshalb bist du in solcher Unruhe? Was ist denn los?«

»Was los ist? O, liebes Herz, wie kannst du nur so fragen?« schluchzte ihre Tante. »Du bist so kalt und schroff und wunderlich, Florence. Ich verstehe dich ganz und gar nicht.«

»Nicht?« Ein seltsames Lächeln umspielte die Lippen des Mädchens. »Es tut mir leid,« sprach sie ruhig, »ich wollte dich nicht wieder zum Weinen bringen. Deshalb ängstigst du dich so?«

»O, Florence, du mußt doch wissen, in welch schrecklicher Gemütsverfassung ich bin, bis ich höre, was Chichester über diese unselige Sache gesagt hat! Du — du hast es ihm erzählt?«

»Ja, ich habe es ihm erzählt.«

»Und — und es ist alles erledigt und abgetan?« fragte Lady Agathe stockend.

»Ja. Es wird nie wieder ein Wort zwischen uns über die Sache verloren werden. Sie ist ganz und gar erledigt. Ist das alles, Tante Agathe?«

»Ja, mein Kind. Ach, mir fällt ein Stein vom Herzen, Florence! Ich fürchtete — ich weiß wirklich nicht recht, was ich eigentlich fürchtete! Es ist sonderbar, finde ich, daß Herr Chichester fortgefahren ist, ohne mit mir oder deinem Onkel zu reden, aber das tut weiter nichts. Er wird wohl zu Tische kommen, nicht wahr?« Mit einem Seufzer der Erleichterung trocknete sich Lady Agathe die Augen. »Wirklich, liebes Herz, du siehst zu blaß aus, um auszureiten! Fühlst du dich auch wohl genug dazu? Wohin willst du?«

»Ich will nach Lychet Hut. Ich kann nicht gut anders, als Herrn Leath für die Freundlichkeit danken, die er mir gestern erzeigt hat.«

»Florence!«