Ihre Tante schlug entsetzt die Hände zusammen.

»Dahin willst du! Und allein? Kind, Kind, das darfst du nicht — wirklich nicht! Das kann ich nicht zugeben!«

»Ich bitte um Entschuldigung, Tante Agathe,« sprach Florence kalt, »du vergißt wohl, daß, obgleich ich in deinem und Onkel Jaspers Hause wohne, ich doch mein eigener Herr bin und immer gewesen bin! Es tut mir leid, etwas zu tun, was dir nicht lieb ist, aber ich reite auf alle Fälle nach Lychet Hut.«

»Ach du meine Güte!« klagte Lady Agathe. »Bitte, mein Liebling, bedenke doch! Was wird Talbot Chichester sagen, wenn du nach Lychet Hut gehst?«

»Nichts —.« Das junge Mädchen schritt auf die Haustür zu, während ein seltsames, bitteres Lächeln ihre Lippen umspielte. »Nichts,« versetzte sie kurz. »Als ich sagte, alles sei abgetan und erledigt, hast du mich mißverstanden, Tante. Mein Gehen und Kommen geht Herrn Chichester nichts weiter an. Unsere Verlobung ist zurückgegangen. Ich habe mich geweigert, ihn zu heiraten.«


Everard Leath, der rauchend in der Tür seines Hauses stand und auf seinen durchweichten Garten hinausschaute, war so in Gedanken vertieft, daß, obgleich er den näherkommenden Hufschlag eines Pferdes vernahm, er doch nicht die Augen nach der Chaussee wandte, um zu sehen, wer der Reiter sei. So kam es, daß Florence auf ihrer Stute in die Pforte eingebogen und dicht bei ihm war, ehe er sie gewahr wurde.

»Gräfin Esmond!«

Sie war zu schnell und behende, um seiner Hilfe zu bedürfen, und war vom Pferde herunter, ehe er sich dessen versah.