»O, ich weiß, daß Sie sich nichts aus mir machen! Das brauchen Sie mir nicht erst zu sagen. Ich habe Ihnen, der Tochter und Erbin eines Grafen, bis zu diesem Augenblicke niemals als ein Ebenbürtiger gegenübergestanden, Gräfin Florence. Wie sollten Sie sich etwas aus mir machen? Und Sie gehörten einem andern; ich habe nicht einmal wagen dürfen, um Sie zu werben. Aber gestatten Sie mir das jetzt, Florence! Lassen Sie mich Sie lehren, wovon Sie ebensowenig wissen wie ein Kind, — was eines Mannes Liebe sein kann, und ich schwöre Ihnen, Sie sollen mich noch liebgewinnen. Ich bin nicht wie jener fischblütige Narr, dem Sie den Laufpaß gegeben haben. Ich — aber ich erschrecke Sie. Ich will ganz ruhig sein. Ich will warten, bis Sie zu mir sprechen können.«
Erstaunt und erschrocken über sein wie umgewandeltes leidenschaftliches Antlitz, seine leuchtenden Augen, seine beredte Sprache war sie, als er sich über sie beugte, noch weiter von ihm zurückgewichen. Er ging zweimal im Zimmer auf und nieder, ehe er weitersprach. Sie hatte ihre Stellung verändert und saß mit fest zusammengepreßten Händen aufrecht da.
»Können Sie mich jetzt anhören?« fragte er ruhig.
»Ja.«
»Was also ist Ihre Antwort — ja oder nein?«
»Wenn es ›Ja‹ ist, schwören Sie, zu schweigen?«
»Das habe ich schon gesagt. Ich gelobe unverbrüchliches Schweigen.«
»Für jetzt und allezeit?«
»Ja.«