»Es gibt einen Preis — alle Menschen sind zu erkaufen, wie man sagt, und das mag wahr sein. Jedenfalls verhält es sich mit mir so. Sie vergaßen, daß Geld an sich nichts ist — für Ihr Vermögen, wäre es auch zwanzigmal so groß, würde ich das, was Sie von mir heischen, nicht hergeben. Nichtsdestoweniger können Sie mein Schweigen erkaufen, wenn Sie wollen!«

»Wenn ich will? Sie wissen, daß ich will! Habe ich das nicht schon gesagt?«

Sie hatte nicht die leiseste Ahnung von dem, was er meinte, als sie zitternd, mit gespanntem Ausdruck in den Augen aufstand. »Sagte ich nicht, daß ich fast mein Leben dafür hingeben würde, wenn ich sie dadurch retten könnte? Aber welchen Preis außer meinem Gelde habe ich Ihnen zu bieten?«

»Das wissen Sie nicht?«

»Nein. Was — was?«

»Sich selbst,« sprach er gelassen.

»Mich selbst?«

Wie ein Hauch kamen ihr die Worte von den Lippen, während sie in ihren Stuhl zurücksank und ihn noch immer völlig verständnislos anstarrte. Aber als er ihr fest in die Augen sah, schoß eine heiße Blutwelle ihr ins Antlitz, und sie errötete bis zu den Haarwurzeln — sie verstand ihn! Er sah es und schwieg einen Augenblick, um ihr Zeit zu geben, sich zu fassen.

»Um diesen Preis werde ich schweigen,« hub er wieder an. »Ich weiß, es ist der höchste, der mir geboten werden könnte, aber auch der niedrigste, den ich annehmen will. Geben Sie mir jetzt Ihr Wort, daß Sie mein Weib werden wollen, und ich schwöre Ihnen, daß kein Wort über meine Lippen kommen soll.«

Sie sagte nichts und rückte in ihrem Sessel nur noch weiter von ihm fort. Sie sah aus wie ein geängstigtes Kind. Als er diese Bewegung wahrnahm, sprach er mit bitterem Auflachen: