»Mir ist nie etwas so nahegegangen,« schluchzte sie, »niemals, Cäcilie! Ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht! Mir ist, als könnte ich meinen Ohren nicht trauen. Wenn dein Vater überhaupt jemals spaßte, so würde ich sagen, er macht einen Scherz mit mir. Aber er sagte ganz deutlich, Florence hätte sich mit Herrn Leath verlobt, nicht wahr?«
»Ja, Mutter, das sagte er.«
»Und daß er eingewilligt hätte, nicht wahr?«
»Ja — auch das.«
»Ich kann — ich will es nicht glauben!« rief Lady Agathe unter neuem Schluchzen. »Florence sollte sich mit solchem Menschen verlobt haben! Er ist doch durchaus keine Partie für sie! Und dein Vater, der ihn nie ausstehen zu können schien, sagt, daß sie ihn heiraten soll! O, ich bin wie betäubt! Sie macht sich doch gar nichts aus dem Menschen, nicht wahr?«
»Ich — ich fürchte nein, Mutter,« antwortete Cis mit verlegenem Zögern. »Aber ich habe seit langer Zeit gewußt, daß Herr Leath sehr in sie verliebt war.«
»Ach, was hat das damit zu tun?« rief Lady Agathe. »Wenn das so ist, so ist es eine unverschämte Anmaßung von ihm. O, wie schade ist es, jammerschade, daß sie nicht mit der Herzogin nach Pontresina gegangen ist! Dann wäre dies alles nicht geschehen, und sie hätte in aller Gemütsruhe Chichester geheiratet. Aber ich kann es nicht glauben, liebes Kind, daß es ihr Ernst ist — ich kann es nicht. Dein Vater muß sie mißverstanden haben. Nein — ich glaube nicht, daß es wahr ist, bis Florence selbst es mir bestätigt.«
»Aber es ist wahr, Mutter.« Cis wandte sich um. »Florence hat es mir selbst erzählt.«
»So?« Lady Agathe hörte auf zu schluchzen. »Sie hat es dir gesagt?«