»Das möchte die Herzogin auch wissen,« meinte Cäcilie lächelnd.
»Die Herzogin! O!« Florences fröhlicher Mund wurde ernst; sie setzte sich aufrecht in ihrem Stuhle hin. »Liebes Herz, — dabei fällt mir ein, — wie du weißt, hatte ich heute morgen Kopfweh und frühstückte oben. Mit einer Tasse Tee überreichte mir meine ahnungslose Jungfer eine Bombe. Die Herzogin hat geschrieben.«
»Florence!« Cis sah entsetzt aus. »Sie verlangt nach dir?«
»Allerdings. Auf zwei Briefbogen überhäufte sie mich mit Vorwürfen, daß ich sie mitten in der Saison im Stich gelassen, besonders nach der Mühe, die sie sich um meine Toilette gegeben habe; der dritte meldet mir, daß sie sich gar nicht wohl fühle, und daß der Doktor ihr anempfohlen, ohne Aufschub nach Pontresina abzureisen, und der vierte befiehlt mir, heute über acht Tage in London mit ihr zusammenzutreffen und bereit zu sein, sie zu begleiten.«
»O Florence! Welch eine schreckliche Enttäuschung! Du sagtest, du wolltest den ganzen Sommer bei uns bleiben, und jetzt sollen wir dich verlieren!«
Cis’ schöne Augen füllten sich mit Tränen. Ihre Cousine erhob sich lachend, küßte sie und strich ihr mit der weißen Hand über den blonden Kopf.
»Nein, das sollt ihr nicht, du liebes Gänschen! Ich habe schon geschrieben, um Ihrer Durchlaucht respektvoll zu melden, daß ich sie nicht begleiten werde.«
»Wie lieb von dir! Aber ich fürchte, sie wird furchtbar böse werden.«
»Sie beabsichtigt, ein Vierteljahr fern von England zu bleiben,« gab Florence gelassen zur Antwort. »Bis sie zurückkommt, wird sie es überwunden haben.«