»Du weigerst dich also, mit ihm zu brechen?«
»Ja, entschieden! Ich werde ihn heiraten.«
»Nun gut!« Die Herzogin lehnte sich vorwurfsvoll zurück. »Jetzt höre mich an, Florence! Durch die unglaubliche Verrücktheit von Sir Jasper Mortlake — ich darf kein Blatt vor den Mund nehmen, Agathe, und ich wiederhole: unglaubliche Verrücktheit — hast du, die du bei deiner gesellschaftlichen Stellung, deiner Schönheit, deinem Vermögen die glänzendste Partie hättest machen können — die Einwilligung eines der Vormünder zu dieser schmachvollen Heirat erlangt, durch die du dich zugrunde richten wirst. Nun mache dir klar, daß du meine Zustimmung nie erhalten wirst. Was deine Verwandten hier tun werden, kommt für mich nicht in Betracht: ich maße mir nicht an, ihnen Vorschriften machen zu wollen. Wenn sie diesen Menschen als deinen Mann bei sich sehen wollen, so ist es gut. Ich aber habe nichts mehr mit dir zu tun, sobald du seine Frau bist. Und damit basta!«
Ihr blühendes Gesicht war blaß vor Zorn geworden, und Florence wußte, daß nichts sie von diesem Entschlusse abbringen würde.
»Das habe ich gar nicht anders erwartet, und ich beklage mich nicht,« sprach sie ruhig, »aber selbst wenn die ganze Welt sich von mir lossagte, so würde ich doch mein Wort halten und Herrn Leath heiraten. Ich kenne den Preis, den ich zu zahlen habe, und ich bin willens, ihn zu zahlen!« Sie machte einen Schritt auf die Tür zu und fragte in demselben gelassenen Tone: »Haben Durchlaucht mir noch sonst irgend etwas zu sagen, ehe ich gehe?«
»Ja — noch eins!« Die Herzogin erhob sich wütend. »Die Chance ist wenigstens nicht ausgeschlossen,« sagte sie eisig, »daß dieser Mensch weniger hartköpfig ist, als du zu sein scheinst. Wenn er dich heiratet, so richtet er dich in sozialer Hinsicht zugrunde, und wenn niemand vernünftig genug ist, ihm dies zu sagen, so soll er es von mir hören!«
»Zu welchem Zweck?« fragte Florence ruhig.
»Zweck? Auf die Chance hin, — die zwar nur gering ist, das gebe ich zu, — daß er gesunden Menschenverstand und Herz genug besitzt, dich freizugeben.«
»Das wird er niemals tun,« — sie lächelte matt, — »nicht wenn Durchlaucht ihm das Zweifache meines Vermögens bieten würde. Ich muß ihm Gerechtigkeit widerfahren lassen. Er hat nur einen Grund für den Wunsch, mich heiraten zu wollen — er liebt mich.«
»Liebt dich? Täte er das, so würde er dich nicht auf diese schändliche Weise hinopfern!« erwiderte die Herzogin heftig. »Ob er dich nun liebt oder nicht, er soll erfahren, was er dir antut, dazu bin ich fest entschlossen. Wann kann ich ihn sprechen?«