»Böse?« wiederholte die empörte Herzogin zornig. Sie hätte ihr Mündel in diesem Augenblick mit der größten Wonne ohrfeigen können.
»Ja — das sieht man Ihnen an. Es ist nicht das Feuer, das Ihnen diese Röte gibt.«
In derselben nachlässigen Art trat sie hinter einen Stuhl und legte die verschränkten Arme auf die Lehne.
»Es handelt sich natürlich um meine Verlobung. Lassen Sie mich ganz offen und deutlich reden. Nun denn, ich bin mündig und habe Herrn Leath versprochen, ihn zu heiraten. Nichts wird an meinem Entschlusse etwas ändern. Bleiben wir beide am Leben, so werde ich sicher seine Frau. Was auch geschehen möge, ich werde ihm mein Wort nicht brechen, und das weiß er.«
»Gütiger Himmel, Kind! Du mußt verrückt geworden sein! Du willst mir doch nicht sagen, daß du in ihn verliebt bist?«
»Weshalb nicht? Könnte es einen besseren Grund geben, ihn zu heiraten?«
»Du hast ein empfänglicheres Herz, als ich dir zugetraut habe, Florence! Vielleicht hattest du dich auch in Herrn Chichester verliebt?«
»Nein, ich war niemals in Herrn Chichester verliebt.«
»Und du gestehst geradezu, in diesen Menschen verliebt zu sein?«
»Jedenfalls will ich ihn heiraten. Wir wollen es dabei bewenden lassen. Und nennen Sie ihn, bitte, nicht ›diesen Menschen‹. Das ist nicht sehr fein. Ich glaube zwar nicht, daß er je im Leben eine Herzogin gesehen hat, aber ich bin überzeugt davon, daß er Durchlaucht nie ›diese Frau‹ nennen würde.«