»Mich verlangt auch nicht darnach,« antwortete Leath mit einem Stirnrunzeln, »man führt keinen Streich nach einem Toten, und in Wirklichkeit ist er tot.«

»Das ist wahr! Besser für seine Umgebung, er wäre es in der Tat.« Sherriff hielt zögernd inne. »Du glaubst, Lady Agathe hat keine Ahnung, daß — etwas nicht in Ordnung ist?«

»Durchaus keine. Wie sollte sie auch? Wer sollte es ihr sagen? Ihr Sohn wird Sir Roy werden. Sie wird nie was anderes erfahren.«

»Ich hoffe nicht. Ganz von ihren Kindern abgesehen, würde ein solcher Schlag sie getötet haben. Nun, du hast auf vieles — auf sehr vieles verzichtet, Everard, hast viel aufgegeben, aber du hast drei Unschuldige geschont, und was dir dafür wird, überwiegt alles andere weit, das weiß ich.«

»Was mir dafür wird?« Leath lachte bitter auf. »Was ist das, wenn ich fragen darf?«

»Was?« gab Sherriff verwundert zurück. »Das Weib, das du liebst.«

»Und das mich haßt!« Mit einem Lachen erhob er sich. »Es ist für mich am besten, sich kurz zu fassen, wie ich auch ihr soeben sagte. Ich habe Gräfin Florence ihr Wort zurückgegeben.«

»Du hast sie freigegeben?«

»Ja — freigegeben. Ich war ein Schuft, ihr das Versprechen abzuzwingen, ein Narr, zu glauben, daß ich ihre Liebe erringen könne. Sie haßt mich, und ich habe sie deshalb freigegeben. Es ist vorüber — ich habe ihr Lebewohl gesagt. Damit ist genug über die Sache geredet; ich wäre ein schlechterer Kerl, als ich bin, hätte ich sie in eine unglückliche Ehe hineinzwingen wollen. Sie brauchen mich nicht so anzusehen, mein lieber alter Freund. Es hat einen Kampf gekostet, das leugne ich nicht, aber ich glaube, ich habe das Schwerste jetzt überstanden. Wenn nicht, nun, so werde ich in Australien besser damit fertig werden als hier.«