Er lachte auch und legte den Arm fester um sie, aber er sprach nicht. Er war seiner Bestürzung noch nicht Herr geworden: sie zu umfassen, sie anzuschauen, das schien alles zu sein, was er vermochte. Ihre Hand legte sich wieder um seinen Nacken.

»Umkehren?« sagte sie. »Zurückkehren zu dem Grauen, das mich befiel, als es mir zum Bewußtsein kam, daß du fort seiest? Zu der unerträglichen Pein, zu wissen, daß, so lange wir beide lebten, ich niemals dein Antlitz wiedersehen, noch deine Stimme je wieder hören würde? Zu der Qual, die mir fast das Herz brach, als ich fühlte, daß ich dich verloren? Nein, nein! Nur das nicht!« Mit einem Schauder schmiegte sie sich an ihn. »Ach, wie sehr hast du recht gehabt, mein Geliebter, als du sagtest, du würdest mich dazu bringen, dich zu lieben, und wie sehr hatte ich in meiner törichten Verblendung unrecht! Wie lange habe ich dich wohl schon geliebt und meine Liebe Haß genannt? Oder habe ich dich erst geliebt, nachdem du mich verlassen? Ich weiß es nicht — es kommt auch nicht darauf an — hier bin ich und kann nicht wieder zurück. Ach, du gabst mir meine Freiheit wieder, Everard, aber wie konnte ich sie hinnehmen und dir dafür danken, wenn du mir mein Herz nicht zurückgabst. Du nimmst es mit dir und doch sagst du zu mir: ›Kehre um‹!«

»Umkehren? Nie und nimmermehr, und sollte ich mit der ganzen Welt kämpfen müssen, um dich zu behalten!« Er küßte sie auf die Lippen. »Florence, wissen es die Deinen?«

»Ja — jetzt wissen sie es. Als ich Turret Court verließ, wußten sie es noch nicht. Ich habe mich ohne ihr Wissen davongemacht. Ich wollte nicht Abschied nehmen — das hätte Tränen gekostet — Szenen gegeben. Das wollte ich nicht; ich wollte nur zu dir. Aber sie wissen es jetzt. Ich habe der Herzogin geschrieben, habe Briefe für Tante Agathe und Cis und einen Gruß für Roy zurückgelassen. Sie wissen, daß ich dir nachgereist bin, und weshalb. Ich habe ihnen gesagt, daß ich, wenn sie wieder von mir hörten, nicht mehr Florence Esmond, sondern Florence Leath sein würde. Ich habe mir den Namen angeeignet, ehe du ihn mir gegeben hast. Du siehst, meine Schiffe sind hinter mir verbrannt,« schloß sie lächelnd.

Ein Schweigen trat ein. Er brach es, indem er ihr Gesicht emporhob und sich zuwandte.

»Florence, hast du auch bedacht, was dieser Schritt dich kostet? Du gibst sehr viel auf, mein Lieb!«

»Du hast alles für mich aufgegeben, sogar mich selbst,« antwortete sie innig, »was ich verliere, verliere ich um dich.«

»Es kostet dich dein Vermögen?«

»Die Herzogin ist jetzt in Wirklichkeit mein einziger Vormund, und die Herzogin wird mir niemals vergeben. Ja — das kostet es mich.«