»Das ist es auch. Wenigstens glaube ich es.«
»Weiß Sir Jasper darum?«
»O ja! Aber die Herzogin noch nicht.«
»Und dann spricht deine gräfliche Cousine so? Nette Aussichten!« Harry zuckte die Achseln und lachte. »Ja, ich wiederhole, ich bin von Herzen froh, daß ich nicht in der Haut eines gewissen Jemand stecke.«
»Ach,« meinte Cis und schüttelte in sinnendem Widerspruch den hübschen Kopf, »es ist leicht, so zu reden! Ich würde es wohl ebenso machen, wenn ich du wäre. Aber du verstehst Florence nicht.«
3.
Gräfin Florence ritt auf ihrem Lieblingspferde Orange Lily, einer Goldfuchsstute, über die Halde und bog in den langsam abwärts führenden Reitweg ein, der in die kleine, krumme Hauptstraße von St. Mellions einmündete. Manche Mützen flogen von den Köpfen, manche Knickse wurden beim Anblick der anmutigen Gestalt des bildhübschen, sonnigen Antlitzes gemacht, das mit dem strahlendsten Lächeln für jeden Gruß dankte. Es gab weder einen Mann, noch eine Frau, noch ein Kind im Orte, die sie nicht kannten, und nur Roy nahm es an allgemeiner Beliebtheit im Dorfe mit ihr auf.
Man hatte die sanfte, freundliche Lady Agathe und die hübsche Cäcilie gern, — wie sie es für ihre Herzensgüte und vielen Wohltaten auch verdienten, — aber nicht in demselben Grade und nicht nach derselben Art wie Florence.