»So? Ich kann Ihnen nur die Versicherung geben, daß er mir nichts davon gesagt hat.«

Wieder trat eine Pause ein. Sie blickte mit gerunzelter Stirn in den Garten hinaus. Everard Leath beschäftigte sie merkwürdig.

»Herr Sherriff, glauben Sie, daß er arm ist?«

»Herr Leath? Arm, wie ich bin, sicherlich nicht,« meinte der alte Mann lächelnd, »auch glaube ich nicht, daß er so reich ist wie Sie. Zwischen diesen beiden Extremen liegt eine weite Kluft, wie Sie wissen.«

»Ich bin viel zu reich — es ist einfach lächerlich! Also Sie glauben, daß er viel Geld hat?«

»In bescheidenem Maße — ja. Im Laufe unserer gestrigen Unterhaltung deutete er an, daß er bis vor etwa einem Jahre mit bitterer Armut gekämpft habe, wo ein Umschwung in seinen Verhältnissen eingetreten sei.«

»Welcher Art wohl?« meinte Florence neugierig.

»Ich verstand so viel, daß er mit Minen zu tun gehabt — ich bin zu unwissend in solchen Dingen, um zu sagen, auf welche Weise. Das ist die Glocke, die mich zum Mittagessen ruft. Habe ich Sie recht verstanden, wollten Sie mir die Ehre antun, es als Ihr Gabelfrühstück anzusehen, liebes Kind?«

»Ja, wenn Sie mich haben wollen,« antwortete Florence, munter ihren Ernst abstreifend, und dabei nahm sie seinen Arm, was er so gern sah, und ging mit ihm aus der Veranda und durch eine offene Glastür, die in ein hübsches kleines Speisezimmer führte, in dem der ovale Tisch schon für drei Personen gedeckt war.

Everard Leath trat bald nach ihnen ins Zimmer und machte so die Gesellschaft vollständig. Daß er überrascht war, sie noch dort zu treffen, und daß ihn das ein wenig aus der Fassung brachte, sah Florence sofort. Dessenungeachtet gefiel es ihr, liebenswürdig gegen ihn zu sein, und sie lächelte ihm zu, als er sich ihr gegenüber niederließ.