Er lief über den kurzen, schlüpfrigen Rasen, ihrem herrischen Befehle folge gebend. Als er bei ihr anlangte, versank sie plötzlich und verschwand unter dem nassen Gestrüpp.
»Kommen Sie herein!« klang es jetzt in dumpfem Tone aus der Tiefe herauf. »Seien Sie vorsichtig — es kommen drei Stufen. Aber fallen können Sie nicht.«
Er schob die Blätter beiseite und folgte ihr. Ein Lichtschein, der zu hell war, als daß er durch das Laub hätte fallen können, zeigte ihm das kleine höhlenähnliche Loch in der Klippe, in das er auf diese Weise Zutritt erlangt hatte, und die drei unebenen Felsstufen, neben denen sie stand. Er war ein hochgewachsener Mann und mußte sich deshalb bücken, um nicht gegen das niedrige Dach zu stoßen, während er vorsichtig hinabstieg. Sie lachte.
»Es ist nicht sehr hübsch hier unten,« meinte sie, »aber es ist doch dem Naßwerden vorzuziehen. Geben Sie mir lieber die Hand, sonst möchten Sie straucheln — der Boden ist so uneben. Warten Sie einen Augenblick! Hören Sie nur, wie es regnet! Ich wußte, daß es noch schlimmer werden würde.«
Sie hatte recht gehabt. Der Regen rauschte in Strömen herab und prasselte auf den Felsen nieder. Aufhorchend wandte er seiner Gefährtin das Gesicht zu, aber er konnte das ihre kaum in schwachen Umrissen erkennen. Der helle Lichtschein, der von unten kam, fiel nur bis auf die Hand, mit der sie die seinige ergriffen hatte.
»Kommen in dieser Gegend die Gewitter immer so plötzlich zum Ausbruch?« fragte er.
»Sehr oft. Es ist das eine Spezialität von Rippondale. Aber ich kenne die Vorboten und konnte deshalb Schutz suchen. Sie sahen mich nicht — nicht eher?«
»Erst als Sie mich anriefen.«
»Das dachte ich mir; aber ich sah Sie und wartete am Eingang, um Sie hereinzurufen, aber das erstemal hörten Sie mich nicht. Hierher! Treten Sie dorthin, wohin ich trete, so werden Sie nicht ausgleiten.«