Ihre Hand, die kühl und naß vom Regen war, umschloß die seine, und er schritt vorsichtig hinter ihr die schmale, abschüssige Senkung hinunter, an der sie ihn entlangführte. Mit jedem Schritte wurde der Lichtschein heller und das murmelnde Plätschern der Wellen am Fuße der Klippe vernehmlicher. Nach einer Minute etwa ließ sie seine Hand los.

»Nicht weiter!« sprach sie ruhig. »Wie ich schon sagte, ist es kein besonders anziehender Zufluchtsort, aber er ist mir schon oft von Nutzen gewesen.«

Der abschüssige Gang mündete in eine natürliche Höhle, die sich so groß wie ein kleines Zimmer in der Vorderwand der Klippe befand. Mit einem belustigenden Blick in das Gesicht des Gefährten, das sie jetzt erst deutlich sah, setzte sich das Mädchen gelassen auf einen flachen Vorsprung der Felswand nieder, der groß und niedrig genug für den Zweck war.

»Sie haben sich wohl gewundert, wohin ich Sie führte, nicht wahr?« meinte sie.

Er schien ihre Frage nicht zu hören. Er hatte sich der Öffnung der Höhle genähert und blickte nach unten. Eine dicht von Schlingpflanzen überwucherte Felsplatte sprang etwa vier oder fünf Fuß vor, dann fiel die Klippenwand senkrecht ins Meer hinunter. Ein Schauder überlief ihn, als er auf die wogende Wasserfläche herniedersah, und er trat aus dem Bereich des herabströmenden Regens zurück.

»Sie haben sich einen gefährlichen Zufluchtsort gewählt,« sagte er. »Gefährlich?« gab sie zurück.

»Freilich. Im Falle eines Sturzes von hier oben —«

»O, eines Sturzes!«

Sie zuckte die Achseln. »Daran habe ich nie gedacht,« meinte sie gleichgültig. »Ich werde doch nicht so nahe herangehen, daß ich hinabstürzen könnte.«

»Absichtlich vermutlich nicht. Aber,« beharre er, »ein Sturz von hier oben würde den Tod bedeuten.«