Die Fragen waren in einem herrischen, brüsken Ton gestellt worden, der beinahe ungezogen war; aber Leath hatte mit unverwüstlicher Gelassenheit bereitwillig und deutlich geantwortet, während er ernst vor sich hinblickte. Sie langten am Hause an. Sir Jasper hatte sein Schweigen nicht wieder gebrochen, noch Leath wieder angeblickt.
Lady Agathe, der so plötzlich zugemutet wurde, die liebenswürdige Wirtin einem jungen Manne gegenüber zu spielen, von dem sie außer der Geschichte mit Florences Höhle nie etwas gehört hatte, war freundlich und würde noch freundlicher gewesen sein, wäre sie über die Empfindungen ihres Mannes im klaren gewesen. Chichester, der in Turret Court frühstückte, wie er seit seiner Verlobung oft getan hatte, war von angemessener Höflichkeit. Bei Tische saß er natürlich neben seiner Braut, und Cis — ganz und gar nicht gegen ihren Willen, denn in Harrys Abwesenheit war ihr fast jeder Mann lieber als keiner — fiel das Amt zu, den Fremden zu unterhalten. Sie, Jasper und seine Frau saßen einander gegenüber, und Roys Stuhl blieb leer — er war nach Market Beverley geritten.
Aber mit dem besten Willen fand Cis ihre Aufgabe nicht leicht. Es mochte daran liegen, daß ihr Nachbar nicht auf ihre Fragen einging, oder daß die allgemeine Atmosphäre etwas Bedrückendes hatte. Außer ihr machte allerdings keiner irgendwelche Anstrengungen, ein Gespräch in Gang zu bringen. Florences sonst so beredte Zunge hatte wenig zu sagen. Sie blickte verwundert und fragend zu ihrem Vormund hinüber; sie antwortete ihrem Verlobten, aber mehr tat sie nicht und wandte sich nicht ein einziges Mal direkt an Everard Leath.
»Es ist zu abscheulich von Florence,« dachte Cis und warf vorwurfsvolle Blicke über den Tisch. Weshalb sprach sie nicht — sie, die immer jedermann amüsieren konnte, wenn sie wollte? — Die Pause, die nach ihrer letzten Bemerkung und Leaths Antwort eingetreten war, hatte schon beklemmend lange gedauert. Veranlaßt durch die Richtung, die die Blicke ihres Gefährten nahmen, fragte sie schließlich:
»Sie haben Herrn Chichester doch schon getroffen, glaube ich, Herr Leath?«
»Nein — aber ich habe von ihm gehört. Ihm gehören die Chichester Arms, nicht wahr?«
»Freilich, ihm gehört ein großer Teil von St. Mellions — mehr als uns,« sprach Cis. »Sein Besitz Highmount ist wirklich wundervoll. Manche finden ihn schöner als Turret Court, aber die Ansicht teile ich nicht. Haben Sie den Park und das Schloß schon gesehen?«
»Nur von der Chaussee aus.«
Leath blickte wieder über den Tisch hinüber. Chichester sprach gerade mit Florence, die zu ihm aufschaute.