Was war aus Sir Jaspers überraschender Herzlichkeit geworden? Cis blickte wieder mit drolligem Ausdruck zu ihrer Cousine empor, als die beiden Mädchen zusammen am Fenster standen. Lady Agathe hatte mit Chichester, den eine Verabredung mit seinem Verwalter nach Highmount zurückrief, das Zimmer verlassen, und der Baron saß stumm und regungslos vor sich hinbrütend an seinem Platze.
»Nun, ich muß gestehen, ich weiß nicht, weshalb du ihn unausstehlich nennst, Florence,« gähnte Cis, »ich muß freilich zugeben, daß es nicht leicht ist, sich mit ihm zu unterhalten, und du wolltest mir nicht helfen, obgleich ich dich absichtlich immer anblickte. Es war zu schlecht von dir.«
»Unsere Aufgaben waren geteilt,« gab Florence trocken zurück. »Chichesters Unterhaltungsgabe war auch nicht gerade glänzend.«
»Apropos, Florence, ich finde, du hättest Herrn Sherriff deine Verlobung mitteilen müssen. Er hält so viel von dir!«
»Herrn Sherriff? Woher weißt du, daß ich das nicht getan habe?« fragte Florence rasch.
»Herr Leath sagte es mir, liebes Herz. Es entschlüpfte mir ihm gegenüber, daß du verlobt seiest. Er sagte, er wisse bestimmt, daß Herr Sherriff nichts davon wüßte.«
»Was vermutlich heißt, daß sie über mich gesprochen. Das sieht der Unverschämtheit des einen von ihnen wenigstens ganz ähnlich.«
Florence trommelte ungeduldig auf der Fensterscheibe, dann lachte sie. »Bah,« sagte sie dann in leichtem Tone, »es tut nichts, liebste Cis, daß du es Herrn Leath gesagt hast; er kann meinetwegen Herrn Sherriff gern aufklären, meinetwegen kann jedermann es erfahren.«
Sie trommelte weiter, mit zusammengezogener Stirn. »Cis!«