»Ja, Liebste?«
»Ist es dir nicht aufgefallen, daß er jemand furchtbar ähnlich sieht?«
»Herr Leath? Nein — ich habe keine Ähnlichkeit gesehen.«
»Ich aber —« sagte Florence langsam, als suche sie sich zu vergegenwärtigen, in welchem Zuge die Ähnlichkeit läge, »ich sehe es immer; schon am Tage des Gewitters fiel es mir auf, Cis, und ich habe seitdem immer darüber nachgedacht. Wem von meinen Bekannten er ähnlich sieht, und worin die Ähnlichkeit liegt, weiß ich nicht, aber ich weiß, daß sie da ist.«
»Was sagst du da?«
Cis stieß einen leisen Schrei aus. Sie war an ihres Vaters scharfe, herrische Stimme gewöhnt, nicht an die Wut, die jetzt aus seiner Stimme klang. Er hatte sich erhoben und stand vornübergebeugt da, die gespreizten Hände schwer auf den Tisch gestützt. Sein blasses, zorniges Gesicht paßte zu seiner Stimme.
Florence, die seine Schroffheit übelnahm, antwortete mit hochmütiger Gelassenheit:
»Ich war es, Onkel Jasper, die sprach. Ich sagte, daß Herr Leath irgend jemand außerordentlich ähnlich sähe, und es will mir nicht einfallen, wem.«
»Du siehst es? Wie kannst du es sehen? Wie ist es möglich? Was kannst du wissen?« Er brach nach diesen schnell und rauh hervorgestoßenen Worten jäh ab und ließ auch die ungestüm erhobene Hand sinken.
»Du sprichst Unsinn, Florence,« sagte er finster. »Unsinn! Hüte deine Zunge besser. An dem Menschen hast du keine Ähnlichkeit zu sehen, und ich rate dir, von dem Manne überhaupt so wenig wie möglich zu sehen. Er hat nichts mit uns zu schaffen, er ist ein Abenteurer, soviel wir wissen. Es war verkehrt von mir, ihn heute hierher einzuladen. Ich werde das nicht wieder tun, und du auch nicht. Und wenn du klug bist, so laß es mich nicht wieder hören, daß du so törichte Reden führst.«