Talbot Chichester würdigte sie keiner Antwort. Florence war sich vollkommen bewußt, wie finster sein Antlitz war, und sie begann leise hinter ihrem Fächer zu singen. Plötzlich ließ sie ihn sinken, lehnte sich zurück und blickte mit einem Ausdruck drolliger Zerknirschung zu ihm empor.

»Ich bin ein wahrer Kobold,« sagte sie, »das denke ich oft — wirklich. Ich habe dich eben geneckt, bis ich dich fast böse gemacht habe, und doch wirst du nicht leicht böse. Weshalb habe ich das nur getan? Aus reiner Bosheit, glaube ich. Gib mir eine Ohrfeige dafür, wenn du willst!«

Sie beugte sich lachend etwas näher zu ihm. Chichester rührte das hübsche Ohr nicht an. Er lächelte ein wenig gezwungen und begnügte sich damit, ihr die Hand auf die Schulter zu legen.

»Meine liebe Florence, ich gestehe, ich möchte dich etwas ernster und vernünftiger in dieser besonderen Sache sehen. Ja, wenn ich offen meine Meinung aussprechen soll, in vielen Sachen.«

»Was wohl heißt, daß ich gräßlich oberflächlich bin?« Sie blickte ihn mit funkelnden Augen an.

»Ich würde nicht ›gräßlich‹ sagen.«

»Nicht? Aber ich. Ja, ich bin ein oberflächliches, törichtes, leichtsinniges Geschöpf, und du bist ein ernster, gesetzter, verständiger Mann. Wir sind grundverschieden, und ich weiß, daß ich dich hin und wieder schrecklich langweilen muß. Und wir sind verlobt — wollen unser ganzes übriges Leben miteinander verbringen!«

Sie entzog ihm die Hand, stand auf und lehnte sich an die Gardine. »Ist dir je der Gedanke gekommen, Talbot, daß wir gar nicht zueinander passen könnten?« fragte sie, zu ihm aufblickend.

»Aber, liebe Florence!« wandte er in einem halb nachsichtigen, halb ungeduldigen Ton ein.

Sie sah ihn sinnend an. »Ich glaube, ich würde an deiner Stelle mir mein Wort zurückgeben.«