Die Larven des Bachameisenlöwen (Osmylus) lieben stark strömendes Wasser; in Gebirgsbächen unter Steinen ist nach den Litteraturangaben ihr Aufenthalt. Ich habe sie noch nicht angetroffen.

Geradflügler[4][5].

Wie bei den Netzflüglern fast die ganze Familie der Köcherfliegen[XLIV] in ihren Larven dem Wasser angehört, so unter den Geradflüglern die drei Familien der Wasserjungfern (Odonaten oder Libelluliden), der Eintagsfliegen (Ephemeriden) und Afterfrühlingsfliegen (Perliden). Mit einigen anderen Geradflüglern wurden sie früher ihrer Flügelbildung wegen der vorigen Ordnung zugezählt und werden bisweilen heute noch Pseudoneuroptera genannt. Im Larvenheer der Gewässer nehmen ihre Larven einen hervorragenden Platz ein.

[XLIV] Nur die Larven der Gattung Enoicyla sind davon ausgenommen. Dieselben leben zwischen Moos.

Fig. 9.
19 Larve von Aeschna, die Unterlippe Ul nach Cloëon vorschnellend — 20 Larve von Libellula — 21 Larve von Agrion — 22 Larve von Calopteryx — 23 Larve von Cloëon dipterum. 19–22 nach der Natur; Haltung von 19 und 23 nach Rösel, 23 nach Eaton.

Die Zugehörigkeit einer Wasserlarve zu einer dieser drei Familien ist sichergestellt, wenn sie neben beissenden Mundteilen und drei Paar grosser, meist kräftiger Brustbeine an Mittel- und Hinterbrust meist recht deutliche Flügelansätze ([Fig. 9], 19–23, [Fig. 10], 24) besitzt[XLV]. Unsere Tiere machen nämlich kein Puppenstadium durch, d. h. ein Ruhestadium, in dem weder Nahrung aufgenommen wird noch lebhaftere Ortsbewegung stattfindet und in dem der grosse Entwickelungsschritt von der Larve zum vollkommenen Insekt geschieht; solche Larven erhalten die Flügel schrittweise mit den verschiedenen Häutungen.

[XLV] Nur den jüngsten Larven fehlen diese Flügelansätze. Die Übereinstimmung in den anderen Punkten mit den ungleich häufigeren älteren Stadien lässt sie trotzdem unschwer erkennen.

Die Larven der Libelluliden und Ephemeriden finden sich sowohl in stehendem wie fliessendem Wasser, die der Perliden habe ich nur in fliessendem Wasser angetroffen. Die Larven der Libellen sind unter den anderen Larven der Ordnung leicht kenntlich an der armartig vorstreckbaren Unterlippe ([Fig. 9], 19), die der Ephemeriden an den blatt- und fadenförmigen Tracheenkiemen, die nur an den Seiten des Hinterleibes stehen, und an den drei Afterborsten ([Fig. 9], 23). Die Larven der Perliden ([Fig. 10], 24) besitzen keines dieser besonderen Kennzeichen; besitzen sie Tracheenkiemen, so stehen sie meist auf der Unterseite der Brustringe.

1. Die Larven der Libelluliden oder Odonaten.