Fig. 17.
Anodonta mutabilis v. cellensis Chem.
Entwickelung und Alter der Mollusken.
Die meisten Wasserschnecken sind Zwitter; wenigstens die nicht gedeckelten Arten, also insbesondere die Limnaea- ([Fig. 18]), Planorbis-, Physa-, Ancylus-, Velletia- und Amphipeplea-Arten. Bei Limnaea peregra habe ich mehrfach beobachtet, dass ganze Ketten, 6–8 Individuen, bei der Begattung zusammenhingen. — Bei den Deckelschnecken, wenigstens bei Vivipara, lassen sich männliche und weibliche Formen unterscheiden, ebenso nach Hazay[LXVI] bei den Muscheln der Familie der Najaden. Ich halte dies jedoch noch immer für sehr zweifelhaft, bis weitere verlässliche Beobachter und Anatomen dieses Verhältnis bestätigt haben.
[LXVI] „Mollusken-Fauna von Budapest“. Kassel 1881, Theodor Fischer.
Die Wasserschnecken legen Eier; nur bei den Vivipara-Arten entwickeln sich die jungen Individuen schon im Muttertiere, so dass sie bereits mit einem etwa aus zwei Umgängen bestehenden Gehäuse ausgestossen werden. Auch die Arten der Familie Cycladidea stossen ihre Jungen schon als fertige Muscheln aus.
Die Schnecken und Muscheln sind schon fortpflanzungsfähig lange bevor sie ausgewachsen sind. Die im Mai ausgekrochenen Jungen der Limnaea- und Planorbis-Arten begatten sich noch im selben Herbste, obwohl sie ein Alter von 3–4 Jahren erreichen.
Fig. 18.
Lim. palustris v. corvus.
Die Eier werden in Schnüren oder in Paketen an Steinen, Wasserpflanzen oder häufig sogar auf die Gehäuse anderer Individuen derselben Art abgesetzt, so z. B. bei Limnaea ampla. Hazay hat auf den Gehäusen dieser Art 8–12 Eierschnüre gefunden, so dass das Tier nur mühsam sich fortbewegen konnte. — Limnaea auricularia setzt 20–25 mm lange, 7–8 mm breite raupenförmige Eierschnüre ab, welche 80–150 Eier enthalten, die kugelrund sind und 1 mm Durchmesser haben. Der Eidotter ist weisslichgelb und wird während der Furchung hellweiss. — Limnaea stagnalis-variegata Hazay setzt eine Eierschnur von 45–55 mm Länge ab, die 110–180 Eier enthält; die Eierchen sind länglich-oval und 1½–2 mm gross. Der Dotter ist strohgelb, das Eiweiss wasserhell; Aplexa hypnorum legt den Laich in ganz flachen rundlichen Scheiben von 4–7 mm Durchmesser und ⅔ mm Dicke, mit den Enden gegeneinandergeheftet, ab. Die Zahl der Eier wechselt zwischen 20–50. — Planorbis corneus legt ebenfalls eine 25 bis 30 mm lange, 5 mm breite, glatte, an den Enden zusammengeheftete Eierschnur ab. Zahl der Eier 45–70.