»Dieser hier,« sagte er langsam und blickte sie dabei an, »wurde, wie ich vermute, — nein, ich weiß, — von der Empfängerin dem Schreiber zurückgeschickt. Sie brauchen ihn nicht zu lesen. Der, den Sie gelesen haben, war die Antwort darauf, und Sie können den Inhalt ungefähr erraten. Aber ich möchte, daß Sie ihn ansähen und mir dann sagten, ob Sie begreifen.«
Er hielt ihn ihr hin, aber erst nach einer vollen Minute streckte sie die zitternde Hand aus und nahm ihn. Anstatt hinzusehen, wandte sie die Augen mit einem Schauder ab.
»Warten Sie einen Augenblick,« bat sie mit schwacher Stimme. »Ich bin ganz verwirrt — ich ängstige mich! Ehe ich ihn ansehe, ehe ich mich von dem überzeugen lasse, was Sie sich bemühen, mir ohne ein Wort zu beweisen, ich weiß nicht, ob um mich zu schonen oder aus Grausamkeit — ehe ich das tue, sagen Sie mir, wo Sie diese Briefe gefunden haben.«
Er deutete auf den kleineren Kasten.
»Ich habe sie dort gefunden.«
»Wann?«
»Ein paar Minuten, ehe Sie kamen.«
»Und keiner weiß davon?«
»Außer uns — keiner. Wollen Sie den Brief ansehen?«
Mit einem abermaligen Erschauern folgte sie seinem Geheiß und las ihn von der ersten Seite bis zur Namensunterschrift auf der dritten langsam durch. Ihre Hand sank wieder kraftlos in ihren Schoß.