»Sie ist eine Waise, wenn ich recht verstanden habe?«
»Ja — sie verlor beide Eltern, als sie ein Kind war.«
»Und Sir Jasper Mortlake ist ihr Vormund?«
»Nur einer ihrer Vormünder. Er teilt sich in die Vormundschaft mit ihrer Patin, der verwitweten Herzogin von Dunbar.«
»O, eine Herzogin!« Leath lachte und pfiff vor sich hin. »Gewöhnlich genügt doch ein Vormund, mein’ ich — weshalb sind hier denn zwei?«
»Das kann ich wirklich nicht sagen. Aber bei dem großen Vermögen, das ihr eines Tages gehören wird, hielt ihr Vater es wahrscheinlich für —«
»Vermögen?« fiel ihm Leath in verwundertem Tone ins Wort. Er lachte wieder. »Wie viele andere Leute, habe auch ich bisher irische Grafenkronen für gleichbedeutend mit dem Bankerott gehalten. War der verstorbene Graf denn eine Ausnahme?«
»Durchaus nicht, er war sehr arm. Gräfin Florence wird ihr großes Vermögen ihrer Mutter verdanken, die eine amerikanische Erbin war.«
»Ich verstehe, Sie sagen ›wird verdanken‹. Ist sie denn noch nicht mündig?«
»Schon seit einem Jahre. Aber sie gelangt nicht in den Besitz ihres Vermögens, ehe sie dreißig Jahre zählt, es sei denn, — was wahrscheinlich der Fall sein wird, — daß sie sich in der Zwischenzeit verheiratet.«