Sie hatte recht, denn wenige Minuten später schien die Sonne, und Meer und Himmel waren blau. Wie sie ihm in die Höhle vorangegangen war, so übernahm sie auch jetzt wieder die Führung den abschüssigen Gang und die drei Felsenstufen hinauf, durch das dichte Ginstergestrüpp, das den Eingang verbarg, bis sie wieder auf der Klippe oben standen. Hier nahm der Fremde ernst den Hut ab und verneigte sich vor ihr. Sie hatte ihm diesmal nicht die Hand gegeben.
»Noch einmal tausend Dank,« sprach er. »Sie gehen, — entschuldigen Sie, — nicht denselben Weg wie ich?«
»Nein.«
Sie lächelte, und in ihren grauen Augen blitzte es schelmisch auf. »Dorthin führt mein Weg,« sagte sie leichthin und deutete schräg über die Halde auf eine dichte Baumgruppe, »und Sie können den Ihren nicht verfehlen. Geradeaus! Adieu!«
»Einen Augenblick, bitte! Ich fürchte, ich habe einen Verstoß begangen. Wenn das der Fall ist, so müssen Sie das, bitte, meinem Leben in Australien zugute halten. Ich habe Ihre Güte angenommen und müßte Ihnen sicherlich meinen Namen nennen.«
»Das steht ganz in Ihrem Belieben,« antwortete sie lächelnd.
»Dann will ich es tun. Ich heiße Everard Leath.«
»Danke, Herr Leath.«
Daß er ihr seinen Namen genannt hatte, in der Hoffnung, sie werde jetzt ein gleiches tun, wußte sie sehr wohl, bereitete ihm aber aus Schelmerei eine Enttäuschung.
»Ich will Ihnen auch etwas sagen. Es gibt zwei Wirtshäuser in St. Mellions. Gehen Sie nicht in den Schwarzen Adler — die Schlafzimmer sind dort feucht. Begeben Sie sich in die Chichester Arms, die den gewissenhaftesten Eigentümer und die beste aller Wirtinnen haben.«