»Ach nun — sie werden annehmen, daß ich dort geblieben! In Brentwood Hall wird man sich um mich ängstigen. Aber es ist einzig und allein meine eigene Schuld. Ich wollte durchaus fort und nicht einmal einen Reitknecht mitnehmen. Töricht — nicht wahr?«

»Sehr! Sie hätten bleiben sollen!«

Die Worte wurden mit einer schroffen, scharfen Strenge gesprochen, an die Gräfin Florence Esmond durchaus nicht gewöhnt war. In solchem Tone hatte er noch nie zu ihr geredet. Aber sie nahm es nicht übel; der Blick, den sie ihm zuwarf, war halb belustigt und halb verwundert; — welch peinliche Bestürzung und Ratlosigkeit ihn ihretwegen marterte, davon hatte sie noch nicht die leiseste Ahnung.

»Sie sind nicht sehr liebenswürdig, Herr Leath!« Sie verzog schmollend die Lippen, aber sie war dem Lachen viel näher als dem Ärger. »Es war zu schlimm, Ihr Haus so buchstäblich im Sturme zu nehmen, das weiß ich, aber trotzdem brauchen Sie nicht so auszusehen, als wünschten Sie mich dahin, wo der Pfeffer wächst.«

»Ich wollte allerdings, Sie wären in Brentwood Hall geblieben!«

»Das scheint so.«

Sie war so ahnungslos über den Grund seines Stillschweigens und der ungeduldigen Bewegung, die er machte, daß sie nur noch schelmischer lachte.

»Ich muß gestehen, daß Sie weder sehr gastfrei noch sehr dankbar sind,« meinte sie vorwurfsvoll und schmollte wieder. »Sie wissen, daß ich Ihnen Schutz gewährte.«

»Ich weiß. Das werde ich nie vergessen.«

Er durchmaß das Zimmer ruhelos, dann kam er zurück und blickte mit unruhigem, unentschlossenem Ausdruck in den Zügen in ihr lächelndes Antlitz nieder. »Gräfin, Sie müssen wissen, daß Sie absichtlich die Wahrheit verkennen, wenn Sie so tun, als glaubten Sie, daß Sie mir nicht tausendmal willkommen sind, daß ich nicht mit Freuden alles und jedes für Sie täte, was in meiner Macht steht! Aber hier dürfen Sie nicht bleiben!«