„Jung behandelt die Probleme der Psychoanalyse mit den weitesten Perspektiven; er zeigt, wie die individuellen Konflikte der Kranken sich zuletzt als allgemeine Konflikte der Umgebung mit der Zeit enthüllen; wie wir der grossen Schlussabrechnung der christlichen Epoche nahe sind; der Wert und die Gefahr der unbewussten Mächte im Einzelnen und in Völkerkollektivitäten werden geistvoll demonstriert; die zurückgebliebene Sexualmoral unserer Zeit wird angegriffen usw. Wir dürfen dankbar sein, dem Verfasser auf seiner Entdeckungsfahrt im psychologischen Gebiet zu folgen, er hat eine Pflicht der Gesellschaft gegenüber erfüllt, indem er den Weg zu einer neuen Quelle beschrieb, die für die Gesellschaft nützlich ist.“

Wissen u. Leben.

Rascher & Cie, Verlag, Zürich

Fußnoten:

[1] Jung: Contribution à l’étude des Types psychologiques. Arch. de Psychologie. I. XIII p. 289.

id.: Psychological Types. Collected Papers on Analytical Psychology. London, 1917, p. 287.

id.: Psychologie der unbewussten Prozesse. Zürich. II. Auflage. 1918. p. 65.

[2] Dokumente der Gnosis. Jena, 1910.

[3] Begierde; wir würden etwa sagen: ungezähmte Libido, die als εἱμαρμένη, Gestirns- und Schicksalszwang, den Menschen in Schuld und Verderben führt.

[4] Buber: Ekstatische Konfessionen. 1909. p. 31 ff.