— CH3
C6 H4 NH2
— CH2

Diese Basis ist also isomer mit Collidin, doch verhält sich bei Erhitzung anders. Von vielen Forschern wurden bald toxische Stoffe in sehr reinem Zustande isoliert, so z. B. von Gautier 2 Alkaloide aus faulendem Fisch, Parvolin, C9 H13 N, und das stark reduzierende Hydrocollidin, C8 H13 N; von Guareschi aus faulendem Rindfleisch eine Basis von der Zusammensetzung C10 H15 N.

Dieses Suchen nach den Giften ist mit eigentümlichen Schwierigkeiten verbunden. Nicht nur, dass der Amylalcohol, welchen man beim Ausschütteln der Flüssigkeiten nötig hat, selbst Spuren von Giften enthält, sondern nach Gram könnte auch das Cholin, welches, nach Brieger wieder, immer die Ptomaine begleitet oder einen Teil derselben ausmacht, leicht in das giftige Neurin übergeführt werden.

Besonders Brieger hat die Untersuchungen der Gifte übernommen und glänzende Resultate erzielt. Aus verschiedenen faulenden Substanzen hat er stickstoffhaltige Basen isoliert, von denen viele keine giftige Wirkung zeigten, andere dahingegen als schwere Gifte auftraten. Letztere nannte er »Toxine«.

Zu den nicht giftigen oder zu denen, welche erst in grossen Dosen als Gift wirkten, gehören:

Neuridin, C5 H14 N2, welches sich allgemein vorfindet beim Faulen von Käse, Fleisch und nach 3 Tagen bei der Fäulnis von Menschenleichen,

Gadinin, C7 H17 NO2, aus faulendem Fisch,

Cadaverin, C 5 H 16 N 2, in Leichnamen nach dem 4ten Tage,

Putrescin, C4 H12 N2, wie oben,

Saprin, wie oben,