1.Baryt und Strontian von sämmtlichen Oxyden dervierten Gruppe. Man fällt aus der sauren Lösung den Barytund Strontian mit Schwefelsäure (§. [79] und [80]). (Bei Baryt jederanderen Methode vorzuziehen.)
2.Zinkoxyd von den alkalischen Erden. Man verwandeltdie Basen in essigsaure Salze und fällt aus der Lösung das Zinknach §. [85. b.]
3.Eisenoxyd von den alkalischen Erden.
a.Man fällt die verdünnte Lösung mit doppelt-kohlensaurem Natronoder mit kohlensaurem Baryt (s. §. [124. 1. B. 2.]).
b.Man fällt das Eisenoxyd mit bernsteinsaurem Ammon (§. [90. 1. c.]).
c.Man zersetzt die salpetersauren Salze durch Hitze (§. [124. 1. A. 2.]).
d.Man setzt zu der mässig verdünnten Lösung kohlensaures Natron,bis dieselbe fast neutral und tief braunroth geworden ist,fügt essigsaures Natron zu, kocht und filtrirt den braunrothenNiederschlag, der alles Eisenoxyd in Form eines basischen Salzesenthält, ab. Während des Filtrirens ist die Flüssigkeitstets am Sieden zu erhalten. Das Auswaschen geschieht mitsiedendem Wasser.
e.(Nicht anwendbar auf Magnesia.) Man fällt mit Ammon undverfährt dabei genau nach §. [124. 1. B. 1]. — Will man diese Methodeauch bei Gegenwart von Magnesia anwenden, so löstman das magnesiahaltige Eisenoxydhydrat wieder in Salzsäureund fällt mit doppelt-kohlensaurem Natron.
4.Manganoxydul von den alkalischen Erden.

a. Methoden, welche sich auf die Abscheidung des Mangans als Oxyd oder Hyperoxyd gründen.

α. Nach Gibbs[40]. Man setzt der vollkommen neutralen Lösung der Basen, welche an Salzsäure, Salpetersäure oder — bei Magnesia — auch Schwefelsäure gebunden sein können (sind neben den alkalischen Erden Alkalien zugegen, so ist Salzsäure, andernfalls Salpetersäure vorzuziehen), reines Bleihyperoxyd[41] zu (auf 1 Grm. Substanz 5 Grm. Hyperoxyd) und digerirt bei etwa 85° C. unter öfterem Umrühren eine Stunde lang, filtrirt den Niederschlag, der alles Mangan — wahrscheinlich als Oxyd — enthält, ab und wäscht ihn mit siedendem Wasser aus. (Ist Magnesia zugegen, so setzt man vor dem Filtriren der erkalteten Lösung einige Tropfen Salpetersäure zu.) Im Filtrate bestimmt man die alkalischen Erden (und Alkalien) nach §. [121] und [122]. Der Niederschlag wird geglüht, in starker Salpetersäure gelöst und Mangan und Blei nach §. [130] getrennt. (Einigermaassen umständlich. — Gegenwart von etwas freier Salzsäure schadet nicht, wohl aber freie Salpetersäure und Schwefelsäure; vergl. Will, Ann. der Chem. und Phar. 86. 62.)

β. Nach Schiel[42]. Man leitet in die salzsaure Lösung, nachdem man sie mit kohlensaurem Natron fast neutralisirt und mit essigsaurem Natron versetzt hat, Chlorgas. Hierdurch zersetzt sich das essigsaure Manganoxydul und alles Mangan scheidet sich als Hyperoxyd aus. Die alkalischen Erden bleiben gelöst.

γ. Nach Deville[43]. Die Basen müssen als Nitrate vorhanden sein. Man erhitzt in einer bedeckten Platinschale auf 200–250°, bis alle Bildung von Dämpfen aufhört und die Masse schwarz geworden, und verfährt im Uebrigen nach §. [124. 1. A. 2]. — Unter dem Einflusse einer kleinen Menge organischer Substanz oder auch einer zu starken Hitze können sich Spuren von Manganhyperoxyd reduciren und in salpetersaurem Ammon lösen; man findet sie dann bei der Magnesia.

δ. Man sättigt die Lösung mit Chlorgas (bei sehr kleinen Mengen von Mangan genügt Zusatz von Chlorwasser) und fällt das Mangan als Oxydhydrat durch doppelt-kohlensaures Natron oder kohlensauren Baryt H. (Rose). Wenn viel Kalk, Baryt oder Strontian zugegen ist, fällt man zuerst mit Ammon, filtrirt, wäscht aus, löst den Niederschlag nochmals in Salzsäure und fällt nun erst mit doppelt-kohlensaurem Natron. (Man hüte sich davor, dadurch, dass man Chlor in eine viel Salmiak enthaltende Lösung allzulange einleitet, Chlorstickstoff zu erzeugen.)

b. Methoden, welche sich auf die volumetrische Bestimmung des Mangans gründen, nach Bunsen und Krieger[44].

α. Mangan von Magnesia. Man fällt mit Natronlauge (§. [86. 1. b.]). Der wohl ausgewaschene Niederschlag wird geglüht und gewogen. Wenn die Menge der Magnesia genügend ist, hat der Rückstand die Formel

Mn2O3,MgO + xMgO.

Man behandelt eine gewogene Probe nach §. [112, Anhang], findet so die Menge des Mangans (1 Aeq. Chlor, beziehungsweise 1 Aeq. in Freiheit gesetztes Jod entspricht 1 Aeq. Mn2O3) und aus der Differenz die der Magnesia. —