RIESENHAFT waren bereits die Fortschritte Italiens in der ersten Periode der Buchdruckerkunst gewesen, sie sollten in dieser zweiten Periode noch weitergehendere werden.

Aldus Pius Ma-
nutius Romanus.

Der hervorragendste Wahrer und allezeit Mehrer des typographischen Ruhmes Italiens war ganz besonders der Gründer der berühmten aldinischen Familie. Aldus Manutius[1], der Mann, dem die Jünger Gutenbergs neben diesem die grösste Verehrung schuldig sind, war in der Zeit zwischen 1447 und 1449 in dem Städtchen Bassiano in der Nähe der pontinischen Sümpfe geboren. Wenn Aldus von 1500 ab sich Romanus nennt, so geschah es nur, weil diese Bezeichnung eine höhere Geltung in den Augen des Publikums verlieh.

Sein Taufname Aldo ist der typographische Familienname geblieben; Manuzio kommt selten vor, dagegen nannte sich Aldus gewöhnlich Aldo Pio, welchen Namen ihm sein Zögling Alberto Pio, Fürst von Carpi, als Zeichen seiner hohen Achtung zuerteilt hatte. Seit 1503 wird Aldo Pio Manuzio Romano oder Aldus Pius Manutius Romanus geschrieben.

Seine Jugend.

Aldus hatte eine zwar gelehrte aber nicht gute Erziehung gehabt. Er war in die Hände eines Pedanten geraten und fand erst später in Rom seine wirkliche Ausbildung. Von seinem ernsten Streben und seinem Eifer legen die vielen, von ihm kommentierten griechischen Ausgaben und seine wertvolle griechische Grammatik Zeugnis ab.

In dem freundlichen Verkehr mit den fürstlichen Angehörigen seines Zöglings, des Albertus Pius, namentlich dem gelehrten Johannes Pius, entstand ohne Zweifel die erste Anregung, eine „gelehrte Buchdruckerei“ zu gründen und ist es auch wahrscheinlich, dass die Mittel zur Anlage derselben von den genannten herrühren.

Etablissement in
Venedig.