XII. KAPITEL. [[←]]
ENGLAND. NORDAMERIKA.
Das allmähliche Wachstum der englischen Presse. Wynkyn de Worde, Richard Pynson, Reynold Wolfe, John Day, Th. Vautrollier, Th. Roycrofft, Sam. Palmer, Sam. Richardson. Oxford, Cambridge. Die schottische und die irische Presse. Die Stereotypie und Will. Ged. Das Zeitungswesen. Die Schriftgiesserei.
NORDAMERIKA. Kleine Anfänge der Presse. John Glover, James Franklin, Benjamin Franklin. Die deutschen Einwanderer und ihre Presse. Christoph Sauer und seine Nachkommen.
Kämpfe der eng-
lischen Presse.
DIE englische Presse, welche später einer Freiheit geniessen und eine Macht erlangen sollte, um welche der Kontinent das Inselland beneiden musste, hatte in ihrem Beginn schwere Kämpfe zu bestehen. Bevormundung mancherlei Art und Privilegien spielen eine grosse Rolle in der englischen Buchdrucker-Geschichte. So lange der erste Buchdrucker Caxton noch ohne Rivalen dastand, waren keine Privilegien notwendig, als aber die Zahl der Buchdrucker wuchs, entstand auch der Wunsch eines Schutzes. Schon 1504 wird William Fawkes als regius impressor genannt, d. h. als berechtigt alle Regierungsarbeiten herauszugeben. Das erste ausschliessliche Privilegium für den Druck eines Buches wurde an Richard Pynson 1518 erteilt, später mit solchen sehr freigebig umgegangen. In diesen Privilegien finden sich auch die ersten Spuren der Anerkennung eines geistigen Eigentumsrechtes, wennauch mehr in dem materiellen Interesse des Verlegers als dem des Autors. Die Privilegien gewährten nicht allein Schutz, sie waren auch eine Art von Empfehlung.
Der Druck „vieler ketzerischer und aufrührerischer“ Bücher war unter der Regierung der Königin Maria Veranlassung, dass die Buchdrucker, die, wie in Deutschland, zugleich Buchführer waren, 1556 in der Genossenschaft Stationers' company vereinigt wurden. Eigentlich handelte es sich nicht um ein neues Institut, denn schon 1403 bestand eine Vereinigung von Abschreibern, Rubrikatoren, Briefmalern, Papiermachern und Manuskriptenhändlern. Die Vorsteher waren für die einzelnen Mitglieder verantwortlich und nur solche durften Bücher drucken. Einige Jahre nachher wurde verfügt, dass jeder, der ein Buch druckte, es in das Register des Vereins eintragen lassen müsse, was ihn gegen den Nachdruck seitens anderer Mitglieder schützte.
Privilegien, Ver-
bote und Strafen.