„Die Legende des heiligen Meinrad“, 48 xylogr. Blätter in 8°.

Von den xylographischen Werken weltlichen Inhalts sind folgende besonders erwähnenswert:

„Die Kunst Ciromantia Dr. Joh. Hartliebs“, Leibarzt des Herzogs Albrecht des Frommen zu Bayern, 24 auf beiden Seiten bedruckte Blätter.

„Der Kalender des Magisters Johannes de Gamundia“, die älteste bekannte Ephemeride (gedruckt um d. J. 1470). Das Werk bestand nicht bloss aus der uns allein erhaltenen Tafel, sondern hatte 11 Foliobogen Text.

„Der deutsche Kalender von Magister Johann von Kunsperk“ (Regiomontanus) um d. J. 1473. Von diesem Werke hat man Exemplare, welche nach dem Druck abgeschrieben sind, ein Beweis, dass die gedruckten Bücher damals noch teuer waren und dass man in den Klöstern immer noch Zeit übrig hatte.

Von den Lehrbüchern war namentlich der Donatus sehr verbreitet. Der Verfasser Älius Donatus, welcher um 335 n. Chr. in Rom lehrte, hat mehrere kleine grammatische Schriften hinterlassen, aus welchen man einen Auszug in Katechismusform: Donatus minor bildete, der bis tief in das xviii. Jahrhundert noch im Gebrauch war.


Ebnung des
Bodens für
Gutenberg.

Um die Mitte des xv. Jahrh. hebt sich der Sinn für die klassische Litteratur in merklicher Weise. In Italien erblüht ein frisches Geistesleben, durch Dante, Boccaccio und Petrarca geweckt. Die fürstlichen Häuser der Medici, Visconti und Este suchen ihre Ehre in der Beschützung und Pflege der Dichtkunst und der Wissenschaften. Im Norden bilden der Hof von Burgund und die niederländischen Städte Pflanzschulen der Kultur. In Deutschland geht das Lehns- und Ritterwesen zuende und der Bürgerstand erhebt sich mächtig. Die Fragen der Kirche sind auf die Tagesordnung gesetzt: Wiclef und Huss haben der Reformation vorgearbeitet.

Streitigkeiten an der Prager Universität veranlassen die Auswanderung von Lehrern und Schülern, welche die Gründung der Hochschulen zu Wien, Heidelberg, Köln, Erfurt, Würzburg und Leipzig zur Folge haben. Die Zeit war für die Entdeckung der Buchdruckerkunst gereift und die neue Welt des Geistes sollte noch eher, als die neue Welt jenseit des Meeres, ihren Columbus finden. Dieser war: Johannes Gutenberg.