In BOSTON ward John Forster mit der ersten Buchdruckerei belehnt, die zweite begann der schon erwähnte Sam. Green. Sie wurde von seinem Bruder Bartholomeo fortgesetzt, der 1704 die erste amerikanische Zeitung The Boston News Letter begann. 1709 erschien bei Green ein Psalter in indianischer Sprache mit der Bezeichnung: Boston, printed by B. Green and F. Printer. Letzterer, ein getaufter Indianer, war jedoch nicht Miteigentümer der Offizin, sondern Drucker daselbst, und sein Name wurde wahrscheinlich nur aus Klugheit auf den Titel gesetzt, um dem Buch bei den Indianern leichteren Eingang zu verschaffen.
James Franklin.
Im März 1717 kam James Franklin, älterer Bruder des berühmten Benjamin, mit einer Presse und mit Schriften nach Boston. Die Kunst hatte er in England gelernt, 1719 druckte er für Rechnung des Bostoner Postmeisters die zweite amerikanische Zeitung: The Boston Gazette. Als ihm der Druck derselben entzogen ward, gründete er selbst The New England Courant. Auf Grund von dessen freisinniger Richtung sollte dem James Franklin 1723 die Zensur auferlegt werden. Um dies zu umgehen, sprach er seinen Bruder Benjamin, der bei ihm lernte, los, und das Blatt erschien nun mit dem Impressum: Boston, printed and sold by Benjamin Franklin. James ging später nach Newport und gab die Rhode-Island Gazette heraus. Er starb 1735.
Benj. Franklin.
Benjamin Franklin, dessen Ruhm ewig leben wird, war am 17. Januar 1706 geboren. Gehört er auch nicht zu den Koryphäen der Typographie in der Bedeutung, wie ein Aldus, Elzevier, Stephanus, Didot, so werden die Jünger Gutenbergs ihn doch stets mit wahrem Stolz den ihrigen nennen, und er war seinerseits auch nicht nur dem Namen nach einer der ihrigen.
Nach der Übernahme des New England Courant scheint eine Spannung zwischen den Brüdern eingetreten zu sein. Aufgemuntert durch den Gouverneur von Philadelphia Sir William Keith, auf dessen Kosten dort eine Buchdruckerei, die Benjamin aus England holen sollte, anzulegen, ging er nach London. Aber die Kreditbriefe blieben aus und Franklin war, um zu existieren, genötigt als Gehülfe zu arbeiten. Nach seiner Rückkehr nach Philadelphia errichtete er zusammen mit einem gewissen Meredith eine Buchdruckerei, die Verbindung wurde jedoch bald gelöst und nun entwickelte Franklin seine ganze ausserordentliche Thätigkeit. Er arbeitete von früh bis spät, schrieb seinen Poor Richards almanack, den er 25 Jahre lang herausgab, und gelangte zu Ansehen und Wohlhabenheit.
Deutscher
Druck Franklins.
Mit der deutsch-amerikanischen Typographie ist Franklins Name enger verknüpft, denn seiner Presse entstammt der älteste aufgefundene deutsche Druck Amerikas, ein Büchlein von 96 Seiten in Duodez mit Antiqua gedruckt. Der Titel, der zugleich geeignet ist, eine Vorstellung von der Beschaffenheit der Anfänge der deutsch-amerikanischen Litteratur zu geben, lautet:
„Goettliche Liebes und Lobesgethoene, welche in den Hertzen der kinder der Weiszheit zusammen ein und von da wieder ausgefloszen. Zum Lob Gottes und nun von denen schuelern der himmlischen Weiszheit zur erweckung und aufmunterung in ihrem Creutz und leiden aus hertzlicher Liebe mitgetheilet. Dann mit lieb erfuellet sein, bringt Gott den besten Preisz Und giebt zum singen uns die allerschoenste weisz. Zu Philadelphia, Gedruckt bey Benjamin Franklin in der Marckstrasz 1730“.
Verdienste
Franklins.