Sevilla.
In SEVILLA traten die ersten einheimischen Buchdrucker: Anton Martinez, Bartholomäus Segur und Alphons del Puerto zusammenwirkend auf zum Druck eines Sacramentale. 1480 fällt schon der Name Martinez weg; 1482 ist Alphons del Puerto allein zurück. Später folgen mehrere Deutsche, als: Paul von Köln, und Joh. Pegnizer aus Nürnberg. Das Tribunal der Inquisition hatte i. J. 1500 eine eigene Druckerei, aus welcher die Ordonnanzen des Grossinquisitors Didacus Deca hervorgingen.
Barcelona.
Aus BARCELONA ist mutmasslich: Th. von Aquino, commentar. in libros ethicor. Aristotelis von Petrus Brunus et Nicolaus Spindeler (1478) das erste Buch. SALAMANCA zeigt trotz seiner berühmten Universität erst zu Ende des xv. Jahrh. Drucke auf.
Unter Basel wurde bereits mitgeteilt, dass Friedr. Biel nach BURGOS ging und dort 1485-1517 druckte. Er war ein sehr tüchtiger und erfahrener Mann.
In dem Kloster auf dem Berge MONSERRAT druckte ein Deutscher Joh. Luschmer in den Jahren 1499-1500, und ging dann nach Deutschland zurück. Madrids Buchdruckergeschichte gehört der folgenden Periode an.
Portugal.
PORTUGAL verdankt den Juden die Einführung, den Deutschen die Fortbildung der Druckerkunst. Die portugiesischen Juden wurden seit jeher von ihren Stammesgenossen als eine Art Aristokratie betrachtet und hatten zu Ende des xv. Jahrhunderts durch ihre Bildung und Wohlhabenheit eine grosse Bedeutung erlangt.
Der Jude Mestre (Magister) Abraham d'Ortas druckte 1484 zu LEIRIA den Almanach. perpetuus ecclesiasticus astronomi Zacubi, den ältesten Druck Portugals. Ob der Sephar Orach Chaim (1485) in Leiria oder in Ixar in Spanien gedruckt wurde, ist wohl nicht ganz zu entscheiden. 1489 druckten die Rabbis Eliezer und Samuel Zorba in Lissabon des Rabbi Mosis Nachmanidis hebräischen Kommentar zum Pentateuch und das Sepher Thephilod (1495). Eliezers Sohn Zacchäus setzte das Geschäft fort.
Valentin
aus Mähren.