[12] Ludw. Fischer, König Matthias Corvinus und seine Bibliothek. Wien 1878. — Joh. Németh, Mem. Typographiarum inclyti regni Hungariæ et magn. principatus Transsilvaniæ. Pest 1818. — Jos. Dobrowsky, Über die Einführung und Verbreitung der B. in Böhmen. Prag 1782. (Abhdl. einer Privatgesellsch. V. Bd.) — G. S. Bandtkie, De primis Cracoviæ etc. incunabulis dissert. brevis. Krakau 1812. In polnischer Sprache lieferte Bandtkie mehrere wertvolle Werke über die Typographie Polens.

V. KAPITEL. [[←]]

DIE TECHNIK DER BUCHDRUCKERKUNST UND DIE LITTERARISCHE PRODUKTION.

Die Technik. Schriftgiesserei. Satz. Druck. Korrektur. Die Pressen. Die Farbe. Die Ausschmückung der Bücher. Das Pergament und das Papier. Die Buchbinderkunst. Die Litterarische Produktion. Der Buchhandel. Die Zensur.

Schriftgiesserei.

DIE SCHRIFTGIESSEREI[1], die wichtigste aller der zum Druckgewerbe gehörenden Beschäftigungen, ist zugleich diejenige, deren Anfange uns am unbekanntesten geblieben. Dies ist jedoch sehr erklärlich, denn gerade in diesem Teil der Thätigkeit lagen der Schwerpunkt und das eigentliche Geheimnis der Typographie. Eine Zeichnung von Jost Amann[2] aus dem Jahre 1568 zeigt uns einen Giesser, vor einem niedrigen Ofen sitzend, in welchen die Giesspfanne eingelassen ist. Werkzeuge liegen umher. Neben dem Giesser steht die Mulde mit fertigen Typen, an welchen der Anguss noch haftet. Auf einem Wandbrett sind Siebe, Tiegel und Giessinstrumente gereiht. Die Siebe dienten ohne Zweifel dazu, den Sand fein zu sieben, in welchem sowohl die Metallstangen als auch die grossen Buchstaben geformt wurden. Die äussere Gestalt des Giessinstruments weicht etwas von der des jetzigen ab und nähert sich der eines Stereoskop-Apparates. Eine Feder zum Halten der Mater ist nicht zu erblicken, dagegen bemerkt man ein Loch an der Seite des Instruments, durch welches jedenfalls die Mater gesteckt wurde, so dass sie festlag, solange der Guss des Buchstabens dauerte. Die erwähnte Abbildung ist jedoch über hundert Jahre jünger als die Erfindung; was sich in der Zwischenzeit geändert hatte, ist nicht bekannt. Dass die Giessinstrumente aus Messing gefertigt wurden, scheint aus der öfteren Erwähnung der Typen: „als in Messing gegossen“ hervorzugehen, denn dass man damit „Messingtypen“ gemeint haben sollte, ist undenkbar.