Der Gründer der Firma Dentu, Jean Gabriel Dentu, etablierte um 1795 eine Buchdruckerei und später eine Buchhandlung in Paris. Sein Journal des Dames hatte einen ausserordentlichen Erfolg. Er gab eine grosse Reihe von Reisewerken sowie Schriften naturwissenschaftlichen Inhalts heraus und druckte und verlegte nach der zweiten Restauration fast alle legitimistischen Broschüren. Der Sohn Gabriel Dentu, der 1826 das Geschäft übernahm, blieb den politischen Traditionen der Firma treu, wurde dadurch nach der Julirevolution 1830 in 27 Pressprozesse verwickelt und musste ausser zahlreichen Geldstrafen neun Monat Gefängnis aushalten. Einer seiner Söhne Ed. Dentu folgte ihm als Buchhändler; die Buchdruckerei wurde verkauft.
H. M. Cazin † 5. Okt. 1795.
Als Verleger einer Reihe reizender und koketter Ausgaben in 18° mit schönen Illustrationen und allerliebsten Ornamenten der besten Künstler ist Hubert Martin Cazin bekannt.
Mit grosser und wohlbegründeter Pietät nennen die französischen Fachgenossen den Namen Crapelet.
Charles Crapelet * 13. Nov. 1762, † 9. Okt. 1809.
Charles Crapelet war in Bourmont geboren. Seine Erziehung war sehr vernachlässigt, er versuchte jedoch durch unermüdliche Arbeit das Fehlende zu ersetzen. Erst 17 Jahre alt übernahm er die Leitung des bedeutenden Geschäfts des Buchdruckers Stoupe. Er beteiligte sich auf das lebhafteste bei den Bestrebungen, die Typographie durch Geschmack und Eleganz zu heben, und war zugleich einer der vorzüglichsten Korrektoren. Als Beweis seines Pflichteifers wird erzählt, wie er sich von dem Festschmause am Abend seines Hochzeitstages gegen Mitternacht heimlich entfernte. Als er nicht wiederkam, geriet die Gesellschaft in Verlegenheit, die junge Frau in die grösste Unruhe. Nachdem der anwesende Prinzipal Stoupe sich eine zeitlang an dieser Situation ergötzt hatte, machte er schliesslich dem Entsetzen ein Ende durch die Erklärung, Crapelet sei in die Druckerei gegangen, um die Korrektur einiger Bogen zu erledigen, die man morgen drucken müsse. Der Vermisste erschien dann endlich auch früh gegen drei Uhr.
Im Jahre 1789 wurde er der Nachfolger Stoupes. Nach dem Beispiele Baskervilles suchte er Einfachheit mit Eleganz zu verbinden und übertraf sein Vorbild durch die Gleichmässigkeit und die grosse Korrektheit seiner Drucke. Seine Ausgaben werden von allen Bücherfreunden in Ehren gehalten und seine Pergamentdrucke und die Golddruck-Exemplare von Audiberts Histoire des colibris sind typographische Seltenheiten.
Vom Glück war Crapelet nicht begünstigt und Missbrauch seines Vertrauens brachte ihm ausserdem schwere Verluste. Um diese zu ersetzen, arbeitete er über seine Kräfte. Ein Druckfehler in dem ersten Bogen seiner Ausgaben des Télémaque, wo, statt Pénèlope, Pélènope gedruckt war, versetzte ihn in eine solche Aufregung, dass nur die ernsthaftesten Vorstellungen seiner Freunde ihn von seinem Entschluss, die Buchdruckerei aufzugeben, abzubringen vermochten. Leider zu seinem Schaden, denn er starb, erst 49 Jahre alt, durch geistige und körperliche Anstrengungen aufgerieben, als Märtyrer seines Berufs. Unter den vielen Werken aus seinen Pressen seien die schönen Ausgaben der französischen Klassiker und Audiberts Histoire naturelle des oiseaux chantans, Folio, 1805, genannt.
G. A. Crapelet * 1789, † 1842.
Notgedrungen musste der Sohn Georg August Crapelet, kaum 20 Jahre alt, das Geschäft übernehmen. In seinen Leistungen übertraf er noch den Vater, war ausserdem ein bedeutender Fachschriftsteller und Archäolog. Seine Ausgaben französischer Klassiker sind berühmt und die Grosspapier-Exemplare davon sind als Prachtdrucke gesucht. Crapelet der Sohn gehörte, wie der Vater, zu denjenigen Buchdruckern, die mehr zur Ehre der Kunst als zum eigenen Vorteil den alten Traditionen treu blieben. Seine Fachwerke sind sehr geschätzt. Von den Études pratiques et littéraires sur la typographie, Paris 1837, wurde leider nur der erste Teil veröffentlicht, den Abschluss des Werkes verhinderte des Verfassers Tod. 1840 erschien De la profession d'un imprimeur.