Das Geschäft Treuttel & Würtz wurde 1770 in Strassburg, 1795 in Paris, 1817 in London errichtet. J. G. Treuttel war in Strassburg geboren, ebenso sein Schwiegersohn J. G. Würtz; ein zweiter Schwiegersohn E. Jung trat nach Treuttels Tod als Teilhaber in das noch in der Familie unter der Firma Jung-Treuttel fortwirkende Geschäft. Unter den vielen bedeutenden Arbeiten desselben nennen wir nur einige: d'Agincourts L'histoire de l'art par les monumens; die Werke der Frau von Staël, 17 Bände; Les archives des découvertes, 31 Bände; die bedeutendsten Werke Sismondis; die Bipontiner (Zweibrücker) Ausgaben der Klassiker in 115 Bänden; die Encyclopédie des gens du monde.

Familie Berger-Levrault.

Fr. Schmuck * 1678.

Wilh. Schmuck * 1682, † 1751.

J. R. Christmann † 1661.

F. R. Christmann * 1728.

Eines der bekanntesten Häuser Frankreichs ist das Strassburg ebenfalls angehörende Berger-Levrault, welches seit mehr als 200 Jahren in einer Familie fortgeführt wurde[106]. Der Gründer desselben war Friedr. Wilh. Schmuck um 1675; die Druckerei entstand 1685. Der Sohn Friedrich Schmuck und dann sein Bruder Wilh. Schmuck folgten, letzterer wurde Buchdrucker des Königs und der Universität. Nach Fr. Schmucks Tode ging das Geschäft auf seinen Schwiegersohn Joh. Rob. Christmann aus Kempten und dann auf dessen ältesten Sohn Franz Robert Adrian über, der als Teilnehmer seinen Schwager Franz Georg Levrault aufnahm, worauf die Firma Christmann & Levrault, dann nach Christmanns Tode Georg Levrault wurde und bis 1858 fortbestand. Von den vier Söhnen Georgs, die sich alle der Druckerei widmeten, wurde der F. L. X. Levrault * 1762, † 17. Mai 1821.älteste Franz Laurent Xavier, welcher in der Schreckenszeit auf Grund seiner royalistischen Gesinnungen hatte fliehen müssen, Chef des Hauses. Unter ihm fand ein bedeutender Aufschwung des Geschäfts statt. Ein grosser Teil des Exports französischer Bücher nach Deutschland und Russland ging durch seine Hände und seine Pressen brachten zahlreiche Verlagsartikel hervor. Eine Spezialität des Hauses bildete die Lieferung von Militärformularen, die sogar der grossen Armee nach Russland nachgesendet wurden. Levrault war ein Mann von ungewöhnlicher geistiger Begabung und Arbeitskraft, die er nicht nur dem Geschäfte, sondern auch seinen Mitbürgern, unter denen er im höchsten Ansehen stand, widmete. Eine treue und tüchtige Gehülfin hatte er in seiner Frau, welche, als Überanstrengungen 1821 seinen Tod herbeiführten, sich beherzt Witwe Levrault † 1850.an die Spitze des Hauses stellte und während 29 Jahren das Erbe der Familie mit sicherer Hand erhielt und förderte. Von 1825 bis 1837 wurde sie durch einen Schwiegersohn Friedr. Berger kräftig unterstützt, ein anderer Schwiegersohn C. Pitris leitete das in Paris gegründete Haus. Nach Bergers Tode übernahm dessen Witwe Berger-Levrault † 28. Mai 1879.Witwe die Führung der Druckerei, während die Witwe Levrault bis zu ihrem Tode der Buchhandlung vorstand. Die Witwe Berger nahm nun ihren Sohn Oscar Berger-Levrault zum Teilnehmer, wodurch die Firma sich in Berger-Levrault Sohn änderte. Unter der Leitung Jul. Norbergs nahmen die Geschäfte einen immer grösseren Umfang an. Mit gewaltigen Anstrengungen siegte man in dem Kampf gegen Konkurrenten um Behauptung der administrativen Arbeiten. Bedeutende Erfolge belohnten die Thätigkeit und ein grossartiges Geschäftshaus wurde erbaut. Kaum war der Umzug bewerkstelligt, da brach der Krieg aus. Die Schwierigkeit resp. Unmöglichkeit, während desselben und der darauf folgenden Friedensverhandlungen die administrativen Arbeiten auszuführen, waren ausserordentlich; nach der Abtretung des Elsass an Deutschland musste das Haus mit diesen Arbeiten nach Frankreich auswandern und 1873 fand die Übersiedelung nach Nancy statt. Bereits am 20. Mai 1876 ward das dortige äusserst zweckmässig eingerichtete Etablissement ein Raub der Flammen, es wurde jedoch mit einer fabelhaften Energie und mit noch besseren Einrichtungen als vorher neu aufgeführt.

Das Strassburger Etablissement, welches jetzt nach 200 Jahren wieder zu den deutschen zählt, besteht unter alleiniger Leitung des Herrn Rud. Schultz als Kommandit-Gesellschaft unter der Firma R. Schultz & Co. (Berger-Levrault Nachfolger).

J. G. Dentu * 1770, † 1840.

G. Dentu d. j. * 1796, † 1849.