Spanien hat wie Italien in der Periode von 1750 ab einen einzigen hervorragenden Namen aufzuweisen, während seine typographische Geschichte wenig von Bedeutung verzeichnen kann[145].

J. Ibarra.

Der Kammerdrucker des Königs, Joachim Ibarra aus Saragossa, war der Mann, der die Buchdruckerkunst in Spanien zu einer dort noch nicht gekannten Höhe erhob und einen Wetteifer der Buchdrucker hervorrief, der sie weiter trieb, als 20O Jahre es vermocht hatten. Ibarras Prachtwerke zeichnen sich gleich sehr durch die Schönheit des Druckes, der Typen und der Illustrationen, sowie durch die Glätte des Papiers, und durch die Korrektheit aus.

Unter seinen Druckwerken sind besonders zu nennen die spanische Übersetzung des Sallust durch den Infanten Don Gabriel, mit Illustrationen, Folio, 1772; eine Dissertation des Fr. Perez Bayer über die phönizische Sprache, Folio, 1772; die Prachtausgabe des Don Quixote, vier reich illustrierte Bände in Quart, 1780; Marianas Geschichte Spaniens, zwei Bände, Folio, 1780. Ibarras Witwe setzte das Geschäft in rühmlichster Weise fort; eine vorzügliche Leistung von ihr ist das Diccionario de la lengua Castellana, Folio, 1803.

Für die Achtung, welche die Spanier ihrem grossen Dichter Cervantes zollen, spricht der Umstand, dass eine Facsimile-Reproduktion der ersten Ausgabe der Werke desselben (I, S. 190), von Francisco Quijano in 1500 Exemplaren veranstaltet, sofort vergriffen war.

Madrid.

Unter den neueren Druckern Madrids werden mit Ruhm genannt: Gaspar & Roix, Calleja Millado, Man. Rivadaneira (jetzt Abelardo de Carlos und Sohn), Juan Aguado, Ducazal, Joachim Fontanet, Gabriel Albamra u. a. Im Jahre 1881 hatte die Stadt 104 Buchdruckereien, 110 Buchhandlungen, 64 lithographische Anstalten. Die Schriftgiessereien sind schwach vertreten, J. Aguado † 22. März 1878.die bedeutendste darunter ist die von Juan Aguado, der auch die Fachzeitschrift Bulletin tipografico herausgiebt. Ein zweites Fachblatt ist die Cronica de la imprenta. Von Zeitschriften erschienen 206 (darunter 60 politische, von welchen die Correspondencia die grösste Auflage [über 50000] hat). Die spanische illustrierte Zeitung ist eine tüchtige Leistung A. de Carlos' und enthält viele gute Original-Illustrationen, ebenso El museo universal.

Barcelona.

Nächst Madrid ist Barcelona der bedeutendste Druckort. Die dort bestehende Banknotendruckerei unter Direktion von Zaragozano & Jaime ist ganz mit französischem Material ausgerüstet und beschäftigt über 60 Personen. Früher wurde das spanische Papiergeld in England gedruckt. In Barcelona erscheint auch ein Fachblatt El correo tipolitografico von Cepherino Gorchs. Die Stadt besass 1881 42 Buchdruckereien, davon 6 mit Dampf- und 10 mit Gasbetrieb. 919 Personen, 95 Schnellpressen (darunter 81 französische), 60 Handpressen (darunter nur zwei deutsche) waren beschäftigt. Ausserdem zählte man dort 51 lithographische Anstalten, 57 Buchhandlungen und 63 Journale.