Die zur Weltausstellung in Wien 1873 gesandten portugiesischen, spanischen und englischen Wörterbücher, die rot und schwarz gedruckten Missale und Breviarum Romanum, die Carta constitutional, die Werke Camoens' in sechs Bänden, vorzugsweise eine in zwölf Sprachen gedruckte Episode daraus, Inez de Castro, waren alle in dem besten Stil und vortrefflich gedruckt.

Auch die Wertpapiere verdienten alles Lob, jedoch ergreift die Anstalt nicht, wie die St. Petersburger, die Initiative, sondern benutzt nur geschickt das Vorhandene, namentlich die Erzeugnisse Derrieys.

Gebr. Lallemant.

Nicht ganz auf derselben Stufe stehen die Gebrüder Lallemant[148], sie liefern aber sehr beachtenswerte Arbeiten, ebenso die Gebrüder José de Castro.

Im Jahre 1878 hatte Portugal 118 Zeitungen, darunter 66 politischen Inhalts; die älteste, Revuluçao de September, existiert 33 Jahre. Die Journale sind nicht von grosser Bedeutung und nicht geeignet, grosse Erwartungen von dem Standpunkte der Typographie dort zu erwecken. Seit 1882 erscheint El Gutenberg.

Lissabon hatte 1881 23 Buchdruckereien, 26 Buchhandlungen, 56 Zeitschriften; Coimbra 10 Buchdruckereien; Oporto 56 Journale.


Südamerika.

Südamerika. Ein grösserer typographischer Kontrast als zwischen Nord- und Südamerika ist kaum denkbar. Fortwährende Revolutionen und Kriege, der Einfluss einer unwissenden Geistlichkeit und die Indolenz der Völker haben ein intellektuelles Leben, infolge davon auch ein Gedeihen der Buchdruckerkunst nicht aufkommen lassen.