So hat die beste Lehrmeisterin, die Erfahrung, am meisten dazu beigetragen, das Verhältnis im allgemeinen befriedigender zu gestalten. Die Versuche der Gehülfen, kooperative Druckereien zu begründen, haben aus den jedem Geschäftsmann leicht erklärlichen Gründen fast nur Misserfolge gehabt. Diese Thatsache hat ebenfalls gedient, die Gehülfen darüber aufzuklären, dass auch im Geschäft nicht alles Gold ist, was glänzt, und sie mit dem Los der Abhängigkeit zu versöhnen. Somit steht zu hoffen, dass künftig ein innigeres Zusammenwirken von Prinzipalität und Gehülfenschaft dazu beitragen wird, Gutenbergs Kunst stets mehr und mehr zu Ehren zu bringen.

Die Organe der Gehülfenschaft.

Das bedeutendste Organ der Gehülfenschaft ist der, jetzt dreimal wöchentlich erscheinende, 1862 gegründete „Correspondent für Deutschlands Buchdrucker und Schriftgiesser“. Früher fast nur und oft in massloser Weise polemisch wirkend, ist das Blatt mit den Verhältnissen auch ruhiger geworden, bringt jetzt manche technische und belehrende Artikel und hat namentlich um statistische Aufnahmen Verdienste. Der Leiter ist seit einer langen Reihe von Jahren Richard Härtel, der, früher zugleich Präsident des Verbandes, mit Klugheit und Geschick die Interessen desselben wahrgenommen hat. Das Organ der österreichischen Gehülfen ist „Vorwärts“ in Wien.


Statistisches.

Es erübrigt noch, einen kurzen Überblick über die Kräfte, welche bei der graphischen Produktion in Deutschland wirken, und über die Produktion selbst zu geben.

Buch- u. Steindruckereien.

Das Deutsche Reich hatte 1881 in 1471 Städten 3389 Buchdruckereien und 1994 Steindruckereien[163]. In diesen Offizinen sind 96 Rotationsmaschinen, 5811 typographische, 1369 lithographische Schnellpressen, 244 Tretmaschinen, 2463 typographische und 6687 lithographische Handpressen vorhanden. Jedoch darf nicht übersehen werden, dass der grösste Teil der typographischen Handpressen entweder nur als Korrekturpressen dienen oder auch ein vollständiges Stillleben führen. Beschäftigung fanden (1875) 52000 männliche, 11600 weibliche Mitarbeiter und 8400 Lehrlinge, in Summa also 71000 Arbeiter.

Von Schriftgiessereien waren 342 mit 2588 Arbeitern, von Schriftschneidereien und xylographischen Anstalten 371 mit 2353 Personen vorhanden. Von 66 Spielkartenfabriken wurden jährlich gegen 4500000 Pakete geliefert, auf denen Abgaben von etwa 1200000 Mark ruhten.