Die Farbefabrikation.

Nachdem die Buchdruckereien aufgehört hatten, selbst ihre Farbe zu bereiten, und grössere Anforderungen an den Druck gestellt wurden, war Deutschland, was die feinere, namentlich die Illustrationsfarbe betraf, dem Ausland, vorzüglich England, tributpflichtig geworden, und noch bis in die vierziger Jahre hinein waren Parson, Lawson u. a. die Hauptlieferanten für den deutschen Markt. Um diese Zeit fingen jedoch namentlich Jul. Hostmann in Celle und Gebr. Jänecke & Friedr. Schneemann in Hannover an, ihre Fabrikation durch rationellen Betrieb in die Höhe zu bringen. Kostete es anfänglich auch grosse Mühe, durchzudringen, so kam es doch so weit, dass der deutsche Fabrikant nicht allein auf dem deutschen Markte siegreich blieb, sondern auch im Auslande sich geltend machte. Nicht ohne grosse Bedeutung ist es, dass auf der Weltausstellung in Melbourne die letztgenannte deutsche Fabrik die goldene Medaille erhielt, während der berühmten Firma A. B. Fleming & Co. in Leith (S. [72]) nur der dritte Preis zufiel.

Teigfarben.

Von älteren und jüngeren Fabriken sind zu nennen: Fischer, Naumann & Co. in Ilmenau, J. Brönner in Frankfurt a. M., Kast & Ehinger in Feuerbach bei Stuttgart, Robert Gysae in Oberlössnitz bei Dresden, J. E. Breidt in Hammerling in Nieder-Österreich, Friedr. Wüste in Pfaffenstetten, Frey & Sening in Leipzig. Letztere brachten auch die sogenannten Teigfarben in Aufnahme, die sich jahrelang geschmeidig erhalten und vor der Verwendung nur eines leichten Anreibens unter Zusatz der nötigen Quantität von Firnis bedürfen; es ist dies eine sehr beachtenswerte Neuerung für Buchdruckereien, die nicht regelmässig mit bunten Farben arbeiten.

Die Kopierfarbe.

Nicht unwichtig war die Einführung der Kopierfarbe, denn diese macht es möglich, die mit solcher Farbe vorgedruckten Blanketts zusammen mit dem mittels Kopiertinte Hineingeschriebenen später zu kopieren, was besonders in dem ganzen Frachtverkehr von grossem Werte ist.

Surrogate.

Versuche, Farbe aus billigeren Stoffen, z. B. aus dem Saturationsschlamm der Zuckerfabriken, aus den tanninschwarzhaltigen Lederabfällen zu bereiten, sowie, eine abwischbare Farbe herzustellen, so dass Makulatur wieder in weisses Papier umzuändern wäre, haben alle für die Praxis keinen Wert gehabt. Mit der Farbefabrikation ist öfters die der sogenannten englischen Walzenmasse (S. [71]) verbunden.

Fußnoten: