Die eiserne Handpresse wurde in Deutschland vielfach nachgebaut und auch verbessert. Die Stanhopepresse lieferte namentlich Chr. Dingler in Zweibrücken. Die Columbiapresse wurde von Fr. Vieweg eingeführt und im Jahre 1825 in dem Hüttenwerk Zorge am Harz gebaut. Ein Nachteil bei diesen Pressen war das öftere Springen der Seitenwände. C. Hoffmann in Leipzig baute die Coggersche Presse nach, und seine Konstruktion wurde von Vielen der der Originalpressen vorgezogen, weil das Heben des Tiegels durch Kugelgewichte auf langen Hebeln und nicht durch Federn geschah. Die Presse von Koch in Magdeburg fand, weil sehr billig und leicht, vielen Beifall; auch war sie insofern sehr zweckmässig, als sie über den Tiegel hinaus keinen Oberbau hatte, so dass die Form voll belichtet war. Sehr verbreitet waren die Hagar-Pressen, die in vorzüglicher Qualität von Chr. Dingler in Zweibrücken fabriziert wurden. Dingler verstärkte noch die Kraft und die Sicherheit der Original-Konstruktion, indem er statt Hagars einfachen Kniehebels vier schrägstehende Knieteile verwendete, die, wenn der Tiegel sich in der Höhe befindet, die Form eines Andreaskreuzes bilden, während sie, wenn er angezogen ist, zu zwei und zwei senkrecht aufeinander, wie Säulen, stehen[199]. Die Pressen sind jetzt fast die einzigen im Gebrauch befindlichen, wenn man eine Anzahl unverwüstlicher Stanhopepressen nicht rechnet, die noch das Gnadenbrot als Korrekturpressen geniessen[200].

Farbeauftrag-Maschinen.

Mit einer Farbeauftrag-Maschine hatten schon B. Strauss in Wien, Hermsdorf in Mannheim und Schuhmacher in Hamburg experimentiert. Georgi in Bonn, im Verein mit dem Faktor der Brönnerschen Offizin in Frankfurt a. M., R. Gerhard, führte eine solche in brauchbarer Weise aus. Eine kombinierte Buch-, Stein- und Kupferdruckpresse baute Georg Jontzen in Bremen. Ein Mittelding zwischen Schnell- und Handpresse war die von Selligué. Tiegel und Fundament stehen fest, nur das Rähmchen mit dem Papierbogen ist beweglich. Während ein Drucker von der einen Seite den Bogen einlegt, hebt ihn ein zweiter von der andern Seite ab. Für Brockhaus in Leipzig baute der Schlosser Kallmeyer in Osterode einen ähnlichen Apparat.

Diverse Maschinen.

Von kleineren Maschinen sind zu erwähnen die Falzmaschinen von Sulzberger & Graf in Frauenfeld in der Schweiz, später von König & Bauer, Isermanns Hobelmaschine, Brockhaus' Zifferndruckmaschine und Farbereibmaschine, H. Zimmermanns und F. G. Wagners und B. Auerbachs Numeriermaschine, A. Fomms und Karl Krauses Schneidemaschinen, Brendler & Harlers Perforiermaschine, Hansens mechanischer Ausleger u. v. a. J. F. Klein in München liefert eine Kontrolle-Billetmaschine, die von endlosen Streifen 150 Stück in der Minute druckt und numeriert. Eisenbahnbilletmaschinen lieferten ferner Karig in Wien und G. Göbel in Darmstadt. Solche Maschinen schneiden das Papier, drucken den Text, die laufende Nummer, zählen die Exemplare und drucken schliesslich das Datum darauf. Albert & Co. in Frankenthal bauten Signiermaschinen, A. Fichtner in Wien Bronciermaschinen, A. Meyer & Schleicher Graphiteinreibungsmaschinen, B. Dondorf in Frankfurt a. M., Fr. Heim & Co. in Offenbach und noch viele andere stellten Liniiermaschinen etc. her.

Die Satiniermaschine.

Die Satiniermaschine mit zwei Stahlwalzen, zwischen welche Zinkplatten mit je einem zwischen zwei Platten gelegten Bogen unter starkem Druck gezogen wurden, hielt sich trotz aller Inkonvenienzen lange. Erst in letzterer Zeit wurde sie durch Satinierwerke mit zwei Hartgusswalzen und zwei äusserst harten und sehr glatt gedrehten Papiermassewalzen, welche durch den stärksten hydraulischen Druck eine völlig harte Masse geworden, abgelöst. Das Papier geht einen S-förmigen Weg und kommt somit von beiden Seiten mit den Stahlwalzen in Berührung. Schaber und Wischer halten die Walzen rein und stählerne Abstreifer verhindern das Ankleben des Bogens an die Walzen. Zuerst wurden sie nur mit einer Stahl- und einer Papierwalze gebaut, da jedoch die Seite des Papiers, welche mit der Papierwalze in Berührung kam, weniger glatt wurde, so musste das Papier zweimal umschlagen und nochmals eingelegt werden; was nun durch das doppelte Walzenpaar unnötig geworden ist.

Obwohl die Papierwalzen ausserordentlich hart sind, so hinterlassen doch die kleinen Knoten und Unreinheiten des Papiers nach und nach Eindrücke, die von Zeit zu Zeit durch Leerlaufenlassen der Massenwalze an die Stahlwalze oder durch Abdrehen beseitigt werden müssen. Diese Satinierwerke werden namentlich von W. F. Heim & Co. in Offenbach[201] und C. G. Haubold in Chemnitz gebaut; Karl Krause in Leipzig liefert sie auch mit sechs Cylindern, zwei von Stahl und vier von Papier. Auch F. Schlotke machte sich durch Anfertigung von Satiniermaschinen bekannt. W. Schroeder & Co. in Leipzig fertigen Satinierwerke, bei welchen die Massenwalzen mit einem Stahlblech umzogen werden, wodurch die vollkommene Glattheit der Stahlwalze sich mit der Elastizität der Massenwalze verbindet[202]. Die Werke von W. R. Schürmann in Düsseldorf haben zwei Hartgusswalzen, die nicht ganz cylindrisch geschliffen sind, damit der ausgeübte Druck sich ganz gleichmässig verteilt[203].

Für das heisse Satinieren nach dem Drucke lieferten C. G. Haubold jun. in Chemnitz und W. F. Heim in Offenbach Werke, die mit günstigem Erfolg 1000–1600 Exemplare in der Stunde satinieren und nur zwei Personen zur Bedienung gebrauchen[204].

Unter den Utensilienfabrikanten nehmen Schelter & Giesecke, A. Hogenforst und Alex. Waldow in Leipzig einen bedeutenden Platz ein. Klimsch & Co. in Frankfurt a. M. haben durch ihr „Adressbuch für Buch- und Steindruckereien“ und durch ihren „Allgemeinen Anzeiger für Druckereien“ Verdienste um die Erleichterung des Verkehrs und berücksichtigen mit ihrem Utensilien-Geschäft namentlich Steindruckereien, ebenso G. E. Baumann in Berlin; Gursch & Klemm in Berlin liefern Giesserei-Werkzeuge. In Stuttgart wirken Stoffler & Backé.