Trotz der sehr bedeutenden Produktion ist die Zahl der massgebenden Giessereien eine beschränkte (32). Die grossen Schriftgiessereien liessen die kleineren mit Originalproduktionen nicht aufkommen, gewährten ihnen dagegen einen so hohen Rabatt, dass die Kleineren ihren Vorteil dabei fanden, die Schriften der Grossen in ihre Proben aufzunehmen und als eigene Arbeit zu verkaufen. Dem typographischen Publikum entgingen zwar hierdurch die aus einer lebhaften Konkurrenz entstehenden Vorteile, es stand sich jedoch nicht schlecht dabei, indem die grossen Giessereien, um ihren Platz auszufüllen, sehr bedeutende Anstrengungen machten.
Um das Jahr 1800 existierte in den Vereinigten Staaten nur die eine Giesserei von Binney & Rolandson in Philadelphia, die durch Franklins Unterstützung gute Giessinstrumente aus Frankreich erhielt und diese noch verbesserte.
David Bruce * 12. Novb. 1770, † 15. März 1857.
Eine der ältesten und bedeutendsten Giessereien ist die von David Bruce, einem Schottländer, gegründete. Nachdem dieser in Edinburgh die Buchdruckerei gelernt hatte, siedelte er 1793 nach Amerika über und begann 1806 im Verein mit seinem jüngeren Bruder George Bruce (geb. 1781) eine Buchdruckerei. Die Wichtigkeit der Stereotypie hatte er ganz begriffen und ging deshalb 1812 nach London, um unter den Auspicien des Lord Stanhope die Stereotypie aus dem Fundament zu erlernen. Das Vorhaben gelang jedoch nicht ganz, so dass er noch den Weg der eigenen Erfahrungen einschlagen musste. Er lieferte die erste in Amerika stereotypierte Bibel und widmete sich nun ausschliesslich der Schriftgiesserei und der Stereotypie. Im Jahre 1822 zog er sich aus dem Geschäft zurück, welches sein Sohn David ii. sehr in die Höhe brachte. Die grosse Schriftprobe des letzteren aus dem Jahre 1869, bis auf den heutigen Tag durch achtzehn Supplemente vervollständigt, bietet eine unermessliche Auswahl von Schriften jeder Art[8].
James Conner * 22. Aug. 1798, † 10. Mai 1861.
Th. Mac Kellar.
Als Schriftgiesser waren ebenfalls bedeutend James Conner, dessen Sohn gleichen Namens zuerst galvanische Matern lieferte, und Mac Kellar, Smiths & Jordan. Der Teilhaber letzterer Firma, Thomas Mac Kellar, war Verfasser eines sehr guten Handbuches der Typographie: The American Printer und Herausgeber des Typographical Advertiser, ein Blatt, welches zwar zunächst den Interessen der Firma dient, jedoch manches allgemein Beachtenswerte bringt. Ähnliche Blätter werden von fast allen grossen amerikanischen Giessereien herausgegeben, sie verbreiten zugleich mit den Proben der neuen Leistungen ihrer Geschäfte mancherlei nützliche Kenntnisse[9].
George Guess.
Eine merkwürdige Erscheinung des amerikanischen Schriftenwesens ist das Cherokee-Alphabet des Indianers Sequoyah oder George Guess. Durch Umgang mit Weissen kam er erst auf eine Bilder-, dann auf eine Silbenschrift mit 68 Schriftzeichen, für welche er sich zumteil der Formen der lateinischen Buchstaben bediente, ohne jedoch von dem sprachlichen Wert derselben eine Vorstellung zu haben. Er vollendete seine Arbeit, für welche ihn die Cherokesen-Häuptlinge durch die Prägung einer Medaille ehrten, im Jahre 1821.
Die Holztypen.