Einen grossen Umfang erreichte die Verlagshandlung und Buchdruckerei von W. G. Korn, welche am 13. Januar 1882 ihr 150jähriges Jubiläum beging. Joh. Jos. Korn eröffnete an diesem Tage 1732 sein Geschäft und erhielt 1741 Privilegium zur Herausgabe der „Schlesischen Zeitung“. Sein Sohn Joh. Gottlieb Korn trat 1828 die Buchhandlung, 1836 die „Schlesische Zeitung“ an seine beiden Söhne ab. Im Jahre 1851 übernahm Heinr. Korn das Etablissement. Anlässlich des Jubiläums errichtete er, abgesehen von manchen anderen Schenkungen, für seine Mitarbeiter eine Stiftung mit einem Kapital von 100000 Mark und wurde in den Adelsstand erhoben. Das Geschäft arbeitet mit 15 grossen Maschinen und etwa 150 Arbeitern, besitzt auch bedeutende Papierfabriken.

S. Schottländer hat einen reichhaltigen Verlag und arbeitet mit 15 Schnellpressen. Von grossen Verlagshandlungen sind noch zu nennen Max & Co., Ferd. Hirt und E. Trewendt.

C. Flemming * 10. Mai 1806, † 1. Nov. 1878.

Einen bedeutenden Umfang erreichte das Geschäft von Carl Flemming in Glogau, welches sich namentlich der Produktion von Landkarten widmet und damit 11 typographische und lithographische Schnellpressen beschäftigt.

Posen.

In Posen wurde, wie erwähnt, von G. J. Decker ein Etablissement errichtet, das jetzt als W. Decker & Co. typographisch und lithographisch mit 7 Schnellpressen arbeitet. Frankfurt a. O., die erste Stadt Preussens, in welcher die Druckerei eingeführt wurde, hat so wenig wie andere Städte des östlichen Preussens eine besondere Stellung in der Typographie erworben. Die bedeutendste Druckanstalt dort ist Trowitzsch & Sohn (gegr. 1779) mit 6 Schnellpressen.

Königsberg.

Selbst die Königs- und Universitätsstadt Königsberg misst sich kaum mit mancher Stadt von 20–30000 Einwohnern hinsichtlich graphischer Produktion. Erst 1523 war die Druckerei dort durch Hans Weynreich eingeführt, dessen Offizin nach vielen Wandlungen zur Zeit des dritten Jubelfestes in den Händen Joh. Fr. Reussners war.

J. H Hartung * 17. Aug. 1699, † 5. Mai 1756.

Das bedeutendste Geschäft ist das von Joh. Heinr. Hartung, durch Übernahme der J. Stelteschen Buchdruckerei 1732 gegründet. Durch Umsicht und Unermüdlichkeit erwarb sich Hartung allgemeines Ansehen. Die Stände von Livland und Kurland übertrugen ihm den Druck der lettischen Bibel und der cyrillischen Postille; für erstere erhielt er 7000 Thaler. Neben seiner Buchdruckerei trieb er bedeutenden Verlags- und Sortimentshandel und sein 1746 erschienener Sortimentskatalog war über 400 Seiten stark. In Leipzig hatte er während der Messe offenes Gewölbe. Zu seinem grossen Geschäft erwarb er noch die erwähnte Reussnersche Hof- und akademische Buchdruckerei. Er verschied in Leipzig 1756 während der Ostermesse.