XIV. KAPITEL.
DER SÜDEN DER GERMANISCHEN GRUPPE.

Emporwachsen Stuttgarts: Die Familie Cotta. J. B. Metzler. Die illustrierte Litteratur. Ed. Hallberger, Gebr. Kröner u. a. Die Xylographie. Der Buchhandel. Statistisches. Tübingen. München: Aufschwung aller graphischen Künste, Kasp. Braun, Fr. Hanfstängl, J. Albert, Fr. Bruckmann u. a. Nürnberg. Regensburg. Augsburg. Rheinische Städte. Frankfurt a. M. Mainz und das Einweihungsfest. Freiburg i. Br. Dornach: Ad. Braun. Strassburg: Das Gutenbergdenkmal, die Bibliothek.

Die Schweiz. Lokale Schwierigkeiten. Basel: Die Familie Haas. Zürich: Orell Füssli & Co., Kartographie. St. Gallen: Chr. Zollikofer. Einsiedeln: Gebr. Benziger. Bern.

Sinken der Bedeutung des Südens.

NOCH vor Ablauf der vergangenen Periode hatten der Westen und der Süden Deutschlands ihr typographisches Übergewicht verloren. Die blühenden Hauptsitze der Buchdruckerei und des Buchhandels, Nürnberg und Augsburg, waren von ihrer Höhe zurückgegangen und wurden zu Anfang unseres Jahrhunderts bayrische Provinzialstädte, während die Hauptstadt Bayerns keine Anstrengungen machte, um ein Emporium des Bücherverkehrs in Süddeutschland zu werden, wie es wohl möglich gewesen, wenn Gutenbergs Kunst von oben dieselbe Unterstützung und Förderung gefunden hätte, wie die bildende Kunst. Der hohe Glanz Basels war hinfällig geworden; es blieb zwar eine sehr respektable schweizerische Universität, der europäische Ruf war jedoch dahin. Strassburg zählte seit seiner Überrumpelung durch die Franzosen im Jahre 1681 nicht mehr zu Deutschland und galt in jüngster Zeit mehr als Festung denn als Sitz der Wissenschaft und Kunst. Frankfurt am Main hatte als Bücheremporium längst Leipzig den Platz räumen müssen, war auch nicht bestrebt, wenigstens als Verlagsort, ein bedeutendes Gewicht in die Wagschale zu legen, und die Heimat der Druckkunst, Mainz, hatte es nie versucht, die günstigen Antezedentien zu benutzen und die Erbschaft Gutenbergs im Geiste des Erfinders anzutreten.