Eine Maschine von William H. Mitchell in New-York war schon 1861 in Wirksamkeit bei dem Satz von Appletons Encyclopaedia. Alexander Fraser, Teilhaber der Firma Neill & Co. in Edinburgh, wollte erst nur eine Ablegemaschine für Hattersleys Setzmaschine konstruieren, lieferte jedoch 1862 eine brauchbare Setz- und Ablegemaschine, für fünf Schriftgrade benutzbar[17]. Ein anderer Apparat von Henry A. Burr[18], von welchem acht Stück in der Offizin der New-York Tribune arbeiten, ähnelt Kastenbeins System[19]; der Ablegeapparat erfordert Typen mit vielfachen Einschnitten. Von einer von Adie in London nach dem Fraserschen System in der Behring Manufacturing Company gebauten Maschine arbeitet eine grössere Zahl in verschiedenen Offizinen. Felts' 1861 gebaute Maschine versprach vieles, ob sie es gehalten, haben wir nicht erfahren. Die von Clowes' Druckerei eingeführte und nach dem Besitzer die „Clowes-Maschine“ genannte Erfindung des Setzers John Hooker[20], war 1874 in London ausgestellt, sie fand jedoch keine weitere Verbreitung. Es wird bei derselben die elektro-magnetische Kraft zur Anwendung gebracht. Anstatt Tasten finden sich kleine Kupferplättchen vor, mit leitenden Drähten an deren Rückseiten, die in Verbindung mit einem Elektromagnete stehen. Lässt nun der Setzer den mit einem Holzgriff umgebenen, mit dem negativen Pol der Batterie verbundenen Leitdraht eine Kupferplatte berühren, so wird die galvanische Kette geschlossen und ein Hebel in Bewegung gesetzt, der den begehrten Buchstaben vorschiebt. Das Ablegen muss durch Handarbeit besorgt werden. Ein diesem ähnliches Prinzip lag dem 1876 in Philadelphia ausgestellten Apparat von G. P. Drummond aus Canada zugrunde.

Die in der Caxton-Ausstellung 1877 zur Anschauung gebrachte Setzmaschine des in London lebenden Deutschen M. L. Müller[21] war für viele Schriftarten bestimmt und mit 200 Tangenten in sechs Reihen über einander versehen. J. Rob. Winder[22] in Bolton behauptet als Vorzüge für sein Fabrikat die gleichzeitige Beförderung mehrerer Buchstaben. Die in gewissen Verbindungen sehr oft vorkommenden Buchstaben sind demgemäss in mehreren, verschieden gelegenen Rinnen untergebracht. Wick, der Besitzer der Glasgow News, suchte nach ähnlichen Prinzipien den Vorteil in kombinierten Griffen, und seine Klaviatur hat sogar eine Anzahl von Tangenten für Logotypen der üblichsten Silben-Verbindungen der englischen Sprache[23].

Eine der neuesten Setz- und Ablege-Maschinen ist die 1880 in Düsseldorf ausgestellt gewesene von A. von Langen und C. G. Fischer, die, was den Setz-Apparat betrifft, der Kastenbeinschen Maschine ähnelt, deren Ablege-Apparat jedoch den des letztgenannten an Brauchbarkeit bedeutend übertreffen soll.

Die Doppelmaschine Westcotts für Guss und Satz wurde bereits (S. [40]) erwähnt; als Halbmaschinen lassen sich die von Millar und Porter bezeichnen. Millars 1870 ausgestellte Maschine verwendet nur die gemeinen Buchstaben, die Ausschliessungen und einige der am häufigsten vorkommenden Versalien; die anderen Schriftzeichen müssen aus einem Kasten durch die Hand des Setzers hinzugefügt werden. Wenn nicht vollkommen, ist der Apparat wenigstens sehr billig. T. J. Porters Apparat[24] führt auf mechanischem Wege dem Setzer die Typen zu, welche er sonst aus den Fächern des Setzkastens nehmen musste, das eigentliche Setzen jedoch wird mit der Hand vollzogen.

Es wäre zwecklos, der obigen Reihe von Erfindern noch einige Dutzend Namen anzuhängen. Das hier bereits Angeführte mag hinreichend dafür sprechen, dass schwerwiegende Hindernisse, die oben schon angedeutet wurden, einem vollkommenen Setzapparat im Wege liegen. Es bleibt nur noch übrig, die drei Männer zu erwähnen, deren Erfindungen am meisten in die Praxis gedrungen sind: Hattersley, Mackie und Kastenbein, welch letzterer nach der augenblicklichen Sachlage die grösste Aussicht für die Zukunft zu haben scheint.

Robert Hattersley in Manchester erhielt 1857 ein Patent auf Verbesserungen an den Setz- und Ablegemaschinen. Die seinigen wurden zuerst 1859 in der Buchdruckerei von Bradbury & Evans in London verwendet. Über eine Klaviatur, deren Tasten nach dem Masse des Vorkommens der mit ihnen korrespondierenden Typen geordnet sind, befindet sich ein etwa 1½ Meter hoher Aufsatz von Eisen, an welchem sich zwei eiserne horizontale Tafeln befinden, auf welchen die Typen in Rinnen gereiht stehen. Wird eine Taste angeschlagen, so drückt ein, je über dem letzten Buchstaben einer Rinne befindliches Stäbchen diesen heraus, worauf letzteres in die frühere Lage durch ein sich zusammenziehendes Gummischnürchen zurückgeschnellt wird. Das Nachrücken der Buchstaben in der Rinne geschieht ebenfalls durch Zusammenziehen einer Gummischnur, welche mit einem Metallstück, das von hinten auf die Reihe drückt, verbunden ist, über diese sich hinzieht und vorn nach oben festgemacht ist. So befindet sich stets ein Buchstabe am vordern Rande der Rinne.

Die herausgestossenen Buchstaben gleiten durch Rinnen, die sich in einem vertikalen herzförmigen Behälter befinden, dem einzigen Mundstück an der unteren Spitze des Behälters zu und stellen sich einer neben dem andern in den Winkelhaken auf. Ist eine Zeile voll, wird eine Setzlinie auf den Satz gelegt und dieser in das unter dem Winkelhaken befindliche Schiff heruntergeschoben. In letztem wird nunmehr der Satz Zeile für Zeile ausgeschlossen.

Theoretisch ist die Leistungsfähigkeit 7–8000 Buchstaben pro Stunde, in der Praxis 4–5000. Eine Zeitlang schien es, als würde die Hattersley-Maschine einen Platz behaupten. Zwei Exemplare wurden 1874 in der Offizin der „Neuen Freien Presse“ in Wien aufgestellt; seitdem ist es jedoch still darüber geworden. Ein grosser Übelstand ist die Abhängigkeit von den durch die Witterung und Abnutzung beeinflussten Gummischnüren, mit denen keine bestimmte Rechnung sich machen lässt. Die Leistungsfähigkeit der Ablegemaschine ist ungefähr die Hälfte der Setzmaschine.

C. Kastenbein, wohnhaft in Brüssel, baute 1871 in Paris die erste Maschine für die Times-Druckerei in London. 1872 arbeiteten dort 5 Setzmaschinen und 8 Ablegemaschinen. Die Typen liegen in Rinnen eines hochaufsteigenden Behälters. Durch Niederdrücken einer Tangente wird ein Hebel in Bewegung gesetzt, der dem Buchstaben an der Fussfläche einen Stoss nach vorn giebt, wodurch er in horizontaler Lage aus der Rinne herausgestossen, jedoch durch den Bau der Rinne während des Heruntergleitens in vertikale Lage gebracht wird. Wie bei der Hattersley-Maschine befinden sich die Gleitrinnen in einem herz- oder birnenförmigen Behälter und endigen in einem gemeinschaftlichen Mundstück. Ein Glasverschluss gestattet dem Setzenden, jede in den Rinnen vorkommende Unregelmässigkeit zu bemerken. Die Rinnen für die schwersten Typen mit der grössten Fallgeschwindigkeit sind so angebracht, dass diese Typen den weitesten Weg zurücklegen, wodurch die erforderliche gleiche Beförderungszeit der verschiedenen Typen erzielt wird. Die in einem langen Winkelhaken sich aufreihenden Buchstaben werden nun dem Setzschiff zugeführt, das seitwärts auf einem schrägen Pult-Gestell ruht, an welchem der mit dem Umbrechen der Zeilen Betraute, das Gesicht dem Setzenden zugewendet, sitzt, und den Satz in Empfang nimmt, davon so viel für eine Zeile notwendig ist auf das Schiff schiebt und ausschliesst. Durch Treten eines Pedals senkt sich darauf das Schiff um so viel als notwendig ist, damit eine neue Zeile hinübergeschoben werden kann. Die Leistungsfähigkeit ist in der Praxis 3–4000 Buchstaben; in der Ausstellung zu Paris 1878 wurde sie jedoch probeweise bis zu 10200 gesteigert. Die Maschine ist, ausser in England, in Nordamerika, Dänemark, Italien vielfach verwendet. Die Reichsdruckerei in Berlin schaffte sie 1879 an.